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EM-Eröffnung
Von Ernst Eisenbichler
Doppelter Schock für den Gastgeber beim EM-Auftakt: Eine couragierte Schweizer Elf verlor unglücklich 0:1 gegen Tschechien - und ihren wichtigsten Spieler Alexander Frei wegen einer schweren Knieverletzung.
Sicher, vor dem Eröffnungsspiel der EM 2008 galt die Schweiz als Außenseiter gegen Tschechien. In der Tat wurde das Team von Trainer Karel Brückner seiner Favoritenrolle gerecht. Aber äußerst glücklich und nur was das Resultat betrifft. Das 1:0 im St.-Jakob-Park in Basel gibt den Spielverlauf in keinster Weise wider. In einer für ein Auftaktspiel von Anfang an von beiden Seiten ungewöhnlich offensiv geführten Partie überraschten die Schweizer bereits in der ersten Spielhälfte die Zuschauer - und wohl auch den Gegner: Die von Jakob "Köbi" Kuhn trainierten Eidgenossen erarbeiteten sich mehr Torchancen als die Tschechen.
Doch dann kam die 44. Minute: Zusammenprall von Alexander Frei und dem tschechischen Verteidiger Zdenek Grygera bei einem Zweikampf. Dabei verletzte sich der Schweizer Kapitän so schwer am linken Knie, dass er ausgewechselt werden musste. Der 27-jährige Stürmer von Borussia Dortmund, der erst kürzlich von einer achtmonatigen Verletzungspause genesen war, humpelte tränenüberströmt vom Platz. Frei erlitt einen Teilabriss des Innenbandes und kann damit bei der Euro nicht mehr eingesetzt werden.
Doch die Schweizer kamen keineswegs demoralisiert aus der Kabine. Im Gegenteil: Als wollten sie jetzt erst recht für ihren verletzt ausgeschiedenen Kapitän spielen, starteten sie einen Angriff nach dem anderen auf das Gehäuse von Petr Cech. Doch der tschechische Ausnahme-Keeper vom FC Chelsea - Welttorhüter 2005 - machte jede Chance zunichte. Dann die 70. Minute: Bei einem Entlastungsangriff der Tschechen schiebt Vaclav Sverkos den Ball vorbei am Schweizer Torwart Diego Benaglio, derzeit in Diensten des VfL Wolfsburg, ins untere rechte Eck. Sverkos war in der 56. Minute für Jan Koller gekommen. Der Stürmer des Bundesliga-Absteigers 1. FC Nürnberg hatte bis dahin recht glücklos agiert.
Die Gastgeber versuchten verzweifelt, sich gegen die drohende Auftakt-Niederlage zu stemmen. Die größte Chance zum Ausgleich hatte Tranquillo Barnetta in der 80. Minute. Doch auch den strammen Schuss des Leverkuseners parierte Cech. Den Abpraller donnerte Johan Vonlanthen - als hätten die Schweizer noch nicht genug Pech gehabt - frei vorm Tor an die Latte.
Nach dem Spiel gestand sogar der Schütze des Siegtors, Vaclav Sverkos: "Wir haben glücklich gewonnen, die Schweizer waren eigentlich die bessere Mannschaft". Ähnlich äußerte sich Karel Brückner: "Drei Punkte sind ein guter Start für die Mannschaft. Glück gehört im Fußball dazu. Wir haben heute eher taktisch gespielt, eher defensiv, denn bei einer Niederlage hätten wir kaum noch Chancen auf ein Weiterkommen gehabt. Beim nächsten Mal müssen wir wieder mutiger auftreten."
Der Schweizer Coach "Köbi" Kuhn hält sich ans Prinzip Hoffnung: "Ich denke, wir können nach dieser Leistung erhobenen Hauptes das Stadion verlassen. Die Niederlage ist unverdient. Es gibt jetzt nichts anderes, als dieses Spiel abzuhaken. Portugal hat vor vier Jahren auch das erste Spiel verloren und ist noch bis ins Finale gekommen."
Last but not least das Fazit von UEFA-Präsident Michel Platini: "In jeder Sportart gewinnt der Bessere, nur der Fußball ist völlig irrational. Da kann es sein, dass auch einmal der Schlechtere gewinnt."
Stand: 07.06.2008, 20:13
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Portugal | 3 | 6 |
| 2. | Türkei | 3 | 6 |
| 3. | Tschechien | 3 | 3 |
| 4. | Schweiz | 3 | 3 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Kroatien | 3 | 9 |
| 2. | Deutschland | 3 | 6 |
| 3. | Österreich | 3 | 1 |
| 4. | Polen | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Niederlande | 3 | 9 |
| 2. | Italien | 3 | 4 |
| 3. | Rumänien | 3 | 2 |
| 4. | Frankreich | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Spanien | 3 | 9 |
| 2. | Russland | 3 | 6 |
| 3. | Schweden | 3 | 3 |
| 4. | Griechenland | 3 | 0 |