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Die Testspiel-Bilanz der deutschen Gruppengegner
Von Jens Mickler
In die Karten schauen lässt sich kein Team vor einem großen Turnier. Insofern sind die Testspiele nicht unbedingt aufschlussreich. Und doch finden sich der eine oder andere Hinweis auf die Form der Teams, so auch bei Deutschlands EM-Guppengegnern Polen, Kroatien und Österreich. Die Bilanz zeigt: In Top-Form präsentierte sich noch keine Mannschaft.
Testspiel-Bilanz Polen: Vier Partien absolvierte Deutschlands erster Gruppengegner im Endspurt der Vorbereitungszeit und blieb dabei ungeschlagen. Allerdings restlos zu überzeugen wussten die Polen nicht. So kam das Team von Trainer Leo Beenhakker bei der EM-Generalprobe gegen Dänemark nicht über ein 1:1 hinaus. Auch die drei weiteren Partien - 1:0 gegen den FC Schaffhausen, 1:1 gegen Mazedonien und 1:0 gegen Albanien - zeigten, wo der Schuh drückt: in der Offensive. Selbst gegen so genannte B-Teams sprang nicht mehr als ein Törchen heraus. "Während der Defensivblock gut steht, hatten wir deutliche Probleme in der Offensive", merkte Beenhakker an, "wir brauchen vorne mehr Bewegung, mehr Aggressivität, mehr Fantasie".
Immerhin setzte Bundesliga-Legionär Jacek Krzynowek Akzente. Der Wolfsburger glich die Führung der Dänen zum 1:1 aus und besorgte auch den Siegtreffer gegen den Schweizer Zweitigisten Schaffhausen. Um die Defensive muss sich Beenhakker dagegen weniger Sorgen machen.
Gegen Dänemark machte sich bezahlt, dass der Trainer-Fuchs erstmals in den Tests seinen Stammkeeper Artur Boruc aufbot. Im Verbund mit dem wohl gesetzten Innenverteidiger-Duo Mariusz Jop/Jacek Bak ließ der Keeper von Celtic Glasgow wenig zu.
Testspiel-Bilanz Kroatien: Auch die Kroaten ließen es bislang eher gemächlich angehen. Am Samstag (31.05.08) in Ungarn probte Trainer Slaven Bilic schon mal den Ernstfall und schickte jene elf Mann aufs Feld, die auch das erste Gruppenspiel gegen Österreich bestreiten könnten. Über ein 1:1 kamen die Kroaten allerdings nicht hinaus. Schon gegen die ebenfalls zweitklassigen Mazedonier in der Woche zuvor reichte es lediglich zu einem dünnen 1:0 Erfolg.
Auffälligster Akteur in der Testspielphase: Niko Kovac. Der frühere Bundesliga-Kicker (u.a. Hertha, FC Bayern, HSV) steuerte kurioserweise alle drei Treffer in diesen beiden Partien bei, denn gegen Ungarn bugsierte er einen Ball ins eigene Tor. Erkenntnis aus der Ungarn-Partie: Gut möglich, dass der Trainer auf geballte Bundesliga-Erfahrung setzt. Denn neben Kovac-Bruder Robert und dessen Dortmunder Vereinskollegen Petric baut Bilic auch auf Olic (HSV), Simunic (Hertha), Klasnic (Bremen) und Rakitic (Schalke).
Testspiel-Bilanz Österreich: Während Polen und Kroatien mit Toren geizten, langten die Gastgeber richtig hin. 5:1 gegen Malta - dieses Resultat sticht heraus. "Ohne Weiteres schießt man nämlich keine fünf Tore. Das hat mich sehr gefreut", stellte Trainer Josef Hickersberger nach dem Kantersieg über die Insulaner fest. Zuvor war sein Team immerhin fünf Mal ohne Sieg geblieben. Sehen lassen konnte sich aber auch das 1:1 der Österreicher gegen Nigeria. "Ich schätze Nigeria in etwa genauso stark ein wie Kroatien. Die Nigerianer haben schließlich auch Weltklassespieler in ihren Reihen", wertete Hickersberger den letzten Gegner vor der ersten Gruppenpartie nachträglich auf. Hoher Sieg gegen Malta, Achtungserfolg gegen Nigeria - das nennt man wohl Testphase genutzt. Dem Selbstvertrauen der Rot-Weißen dürfte es gut getan haben.
mit dpa | Stand: 02.06.2008, 14:41
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Portugal | 3 | 6 |
| 2. | Türkei | 3 | 6 |
| 3. | Tschechien | 3 | 3 |
| 4. | Schweiz | 3 | 3 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Kroatien | 3 | 9 |
| 2. | Deutschland | 3 | 6 |
| 3. | Österreich | 3 | 1 |
| 4. | Polen | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Niederlande | 3 | 9 |
| 2. | Italien | 3 | 4 |
| 3. | Rumänien | 3 | 2 |
| 4. | Frankreich | 3 | 1 |
| Rang | Team | S | P |
|---|---|---|---|
| 1. | Spanien | 3 | 9 |
| 2. | Russland | 3 | 6 |
| 3. | Schweden | 3 | 3 |
| 4. | Griechenland | 3 | 0 |