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Salzburg
Die heutige 150.000-Einwohner-Metropole war Hauptumschlagsplatz des Reichenhaller Salzes und liegt an der Salzach. Der wasserreiche Nebenfluss des Inns war Teil der bayerischen Salzstraße. Die Silbe "–Burg" spielt auf eine Festung am Nonnberg an, in der bayerische Herzöge um 700 residierten. Heute ist die gesamte Altstadt Salzburgs Weltkulturerbe und die Festung Hohensalzburg eine der größten und besterhaltenen Burganlagen Europas.
Aber das ist noch lange nicht alles, was die Hauptstadt des Salzburger Landes zu bieten hat. Mozart natürlich. In Salzburg wurde "Wolferl" am 17. Januar 1756 geboren. Denn "das Salzburger Land ist das Herz vom Herzen Europas. Das mittlere Europa hat keinen schöneren Raum - und gerade hier musste Mozart geboren werden", schrieb Hugo von Hofmannsthal 1919 in einen Programmentwurf für die geplanten Salzburger Festspiele.
Die Spuren der ersten Besiedlung stammen aus der mittleren Steinzeit. Kein Wunder, dass Salzburg einige historische Superlative hält: Das Sigmundtor ist der älteste Straßentunnel Österreichs, der Almkanal das älteste Wasser- und Energieversorgungssystem Mitteleuropas. Auch im globalen Wettbewerb kann sich Salzburg behaupten. Beispielsweise mit der weltweit ältesten erhaltenen Seilbahnanlage, dem Reißzug, oder mit den Wasserspielen im Schloss Hellbrunn und der dorthin führenden Prachtstraße: Die Hellbrunner Allee ist eine der ältesten erhalten gebliebenen weltweit. Geschichte allüberall.
Und jede Menge Geschichten. Etwa die mit dem Stier. Auch wenn die Details variieren, das Fazit bleibt: Salzburger in Not vor Angreifern fliehen auf die Festung Hohensalzburg. Weil diese kaum zu erstürmen ist, beschließen die Angreifer, die Eingeschlossenen langsam auszuhungern. Den Salzburgern bleibt am Ende nur ein Stier, es droht der Hungertod oder die Kapitulation. Da ersinnen die Belagerten eine Finte: Der Stier wird mit Farbe angemalt und auf den Zinnen der Burg den Belagerern vorgeführt. Tags darauf: gleicher Stier, andere Farbe, selbes Spiel. Wieder tags drauf: gleicher Stier, nächste Farbe, selbes Spiel. Schließlich geben die Angreifer tatsächlich auf, glauben sie doch, dass die Eingeschlossenen noch über viele verschiedene Stiere - sprich: große Essensvorräte - verfügen. In der Salzach wird dem Stier am Ende die Farbe abgewaschen.
Diese Legende hat die Österreicher so sehr beeindruckt, dass sie die Salzburger als Stierwascher bezeichnen, obwohl in der Salzach auch Gold gewaschen wurde. Und die Moral von der Geschichte: "Auf Gold kann man verzichten, nicht aber auf Salz", wenigstens die Salzburger können sich mit diesen Worten des römischen Gelehrten Cassiodor trösten.
Stand: 15.04.2008, 14:59
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