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Tschechien

Die tschechische Nationalmannschaft am 21. November 2007 in Nikosia/Zypern; Rechte: dpa

Kein "Hecht im Karpfenteich"

Die Tschechen lauerten auf den großen Coup - doch es fehlte ein genialer Spielmacher

Die Rolle des "Hechtes im Karpfenteich" wie bei der EM in Portugal wünschten sich Torhüter Petr Cech für Tschechien. "Wenn wir gesund und als Team zusammenbleiben, dann wird man uns sicher wieder in dieser Rolle sehen", sagte der nicht nur wegen seines Kopfschutzes auffällige Schlussmann des Champions League-Finalisten FC Chelsea vor der Euro.

Vor vier Jahren stand das Team von Karel Brückner im Halbfinale. So weit dachte die Trainerlegende vor ihrem letzten großen Turnier noch nicht. "Ich gebe nicht gerne Prognosen ab", sagte Brückner. "Auf jeden Fall wäre ein Weiterkommen ein Erfolg für uns, ein frühzeitiges Ausscheiden in der Gruppenphase hingegen ein Misserfolg." Dabei hatten die Tschechen keinen Grund zum Tiefstapeln: Seit ihrer nationalen Eigenständigkeit waren sie zum vierten Mal in Serie bei der EM dabei. Auch davor gehörtee die damalige Tschechoslowakei zum festen Inventar.

Deutschland bekam das zu spüren: 1976 triumphierten die Tschechoslowaken gegen Beckenbauer & Co im Finale nach Elfmeterschießen. 20 Jahre später schoss Oliver Bierhoff mit seinem "Golden Goal" zum 2:1 in der Verlängerung Deutschland gegen Tschechien zum Titel. Und in der Qualifikation für die Euro 2008 setzten sich die Tschechen als Gruppenerster vor Joachim Löws Schützlingen durch.

Mit ihrem Spielwitz, ihren technischen und taktischen Qualitäten wollten die zum erweiterten Kreis der Titelkandidaten zählenden Tschechen eine Turnierbereicherung sein. "Wir wollen guten, schönen und erfolgreichen Fußball spielen", sagte Jan Koller vom 1. FC Nürnberg. Einziger Haken: Die Kreativität der Tschechen war verletzt oder nicht zum Comeback zu bewegen. Die möglichen Spielmacher Tomas Rosicky (verletzt) und Pavel Nedved (Rücktritt) waren nicht im Kader.

So kam dann das, was Trainer Brückner als "Misserfolg" vermeiden wollte: Die Tschechen scheiterten nach dem bitteren 2:3 gegen die Türken bereits in der Vorrunde - und wurden zu einer der Enttäuschungen der Euro 2008.

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