DEB-Team steht nach Drama im WM-Viertelfinale

Sieg im Penaltyschießen gegen Lettland

DEB-Team steht nach Drama im WM-Viertelfinale

Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft stand im entscheidenden Vorrundenspiel gegen Lettland schon vor dem WM-Aus, rettete sich aber im Penaltyschießen ins WM-Viertelfinale.

Das DEB-Team setzte sich am Dienstagabend (16.05.2017) in einem dramatischen Vorrunden-Endspiel um den Einzug in die K.o.-Runde gegen Lettland mit 4:3 (0:0, 2:1, 1:2, 0:0) durch und hat bei der Heim-WM in Köln die Runde der letzten Acht erreicht. Dort spielt das Team von Bundestrainer Marco Sturm am Donnerstag nun gegen Titelverteidiger Kanada.

Tiffels der Matchwinner im Penaltyschießen

Frederik Tiffels schoss das deutsche Team vor 18.800 Zuschauern in der ausverkauften Kölner Arena mit dem entscheidenden Treffer im Penaltyschießen zum nächsten Erfolg der Ära Sturm. Zuvor hatten David Wolf und Dennis Seidenberg (32. Minute) per Doppelschlag im zweiten Drittel zum zwischenzeitlichen 2:0 getroffen. Nachdem die Letten das Spiel durch Tore von Gunars Skvorcovs (39.), Janis Sprukts (49.) und Andris Dzerkins (57.) gedreht hatten, rettete Felix Schütz das Sturm-Team 33 Sekunden vor dem Ende nach Vorlage des Ausnahmekönners Leon Draisaitl in die Verlängerung.

"Das war schon wunderschön. Ein geiler Moment für mich, aber auch für das ganze Team. Jetzt freuen wir uns auf das Viertelfinale, da ist alles drin", sagte Matchwinner Tiffels nach der Schlussirene überglücklich bei Sport1. "Wir haben es uns schwerer gemacht als nötig", sagte NHL-Profi Draisaitl. "Aber jetzt sind wir sehr glücklich."

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Auswahl bei der ersten WM unter der Verantwortung von Sturm das Viertelfinale erreicht. Für die Letten ist die Weltmeisterschaft in Köln und Paris dagegen vorbei.

DEB-Team jetzt gegen Kanada

Jubel beim deutschen Torschützen David Wolf

Jubel beim deutschen Torschützen David Wolf

Träumereien von einer Wiederholung des WM-Märchens von 2010, als Deutschland beim bislang letzten Heim-Turnier bis ins Halbfinale vorgedrungen war, scheinen diesmal indes verwegen. Titelverteidiger Kanada untermauerte seine Favoritenrolle auch bei diesem Turnier durch einen 5:2-Erfolg gegen Vize-Champion Finnland. Auch 2010 hatte die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) ein Alles-oder-nichts-Spiel um den Viertelfinaleinzug zu bestehen. Damals hatte das Team die Slowakei mit 2:1 und später im Viertelfinale die Schweiz mit 1:0 besiegt.

Auch diesmal gab es eine Zitterpartie. Das Spiel erinnerte vom ähnlich dramatischen Verlauf her an den 3:2-Sieg im vergangenen September, als die DEB-Auswahl ebenfalls gegen Lettland in Riga im Entscheidungsspiel die Olympia-Qualifikation geschafft hatte.

Sturms Umstellungen passen

Vor dem Match hatte der Bundestrainer im Vergleich zum 4:1 am Samstag gegen Italien alle Sturmreihen umgestellt. Trotz der Umstellung begann sein Team sicher und dominierte den Beginn klar. Deutschland brachte im ersten Drittel 19 Schüsse auf das lettische Tor, die Balten schlossen viermal ab. Das Problem dabei: Richtig zwingend waren die Möglichkeiten selten. Wenn es annähernd brenzlig wurde, war der gute lettische Keeper Elvis Merlikins zu Stelle. Bei der 0:5-Pleite 24 Stunden zuvor gegen Russland war der in Lugano aktive 23-Jährige noch geschont worden.

Grubauer ein starker Rückhalt

Philipp Grubauer war auf deutscher Seite bei den wenigen Angriffen der Letten der erhoffte starke Rückhalt. Beim Gegentreffer war der 25-Jährige machtlos. Der NHL-Keeper der Washington Capitals war nach dem Playoff-Aus in Nordamerika wie Leon Draisaitl für die entscheidende Vorrundenphase eingeflogen worden.

Draisaitl zeigte auch diesmal seine Klasse bei einigen gekonnten Pässen. An den Toren im Mittelabschnitt war der gebürtige Kölner aber nicht beteiligt. Die überfällige Führung schoss Mannheims Wolf in Überzahl. Nur 27 Sekunden später krönte NHL-Verteidiger Seidenberg seine erneut starke Leistung mit dem wichtigen zweiten Treffer. Mit nun acht Punkten ist der Routinier der New York Islanders nun auch deutscher WM-Topscorer.

Trotz der Führung musste Deutschland mächtig zittern. Lettland wurde stärker, kam im Schlussdrittel zum glücklichen Ausgleich und ging sogar in Führung. Doch Deutschland kämpfte und hatte im Penaltyschießen das glücklichere Ende für sich.

Statistik

Eishockey · Länderspiele Männer 1. Spieltag 2017

Dienstag, 16.05.2017 | 20.15 Uhr

Deutschland

Grubauer – Ehrhoff, Hördler, Reul, Mo. Müller, Abeltshauser, D. Seidenberg, Krueger – Kink, Plachta, Kahun, Fauser, Schütz, Tiffels, Draisaitl, Hager, D. Wolf, Macek, Y. Seidenberg, Ehliz, P. Reimer

4

Lettland

Merzlikins – Sotnieks, A. Kulda, Cibulskis, Galvins, Balinskis, Bindulis, Freibergs – Daugavins, Dzerins, Ro. Bukarts, Sprukts, Ri. Bukarts, Indrasis, Skvorcovs, Girgensons, Kenins, Blugers, Pavlovs, Meija, Bicevskis

3

Fakten und Zahlen zum Spiel

DeutschlandLettland
Überzahl4 Überzahlsituationen, 2 Tore3 Überzahlsituationen, 1 Tor
Strafminuten6 Min.8 Min.

Tore:

  • 1:0 (31:02) D. Wolf (Ehrhoff, P. Reimer) PP1
  • 2:0 (31:29) D. Seidenberg (Kink, Mo. Müller)
  • 2:1 (38:42) Skvorcovs (Sotnieks)
  • 2:2 (48:22) Sprukts (Indrasis, Sotnieks)
  • 2:3 (56:08) Dzerins (Balinskis, Ri. Bukarts) PP1
  • 3:3 (59:27) Schütz (Draisaitl) PP1
  • 4:3 (65:00) Tiffels GWS

Zuschauer:

  • 18797

Schiedsrichter:

  • Judson Ritter, Peter Sefcik,

Stand: Dienstag, 16.05.2017, 22:58 Uhr

red/dpa/sid | Stand: 16.05.2017, 22:30

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