Spengler feiert zweiten Saisonsieg

Bruno Spengler feiert auf dem Nürburgring

6. Saisonlauf der DTM

Spengler feiert zweiten Saisonsieg

Von Johannes Herold

Bruno Spengler hat beim DTM-Rennen auf dem Nürburgring einen souveränen Start-Ziel-Sieg eingefahren. Der amtierende Champion Martin Tomczyk auf Rang drei vervollständigte das hervorragende Abschneiden des DTM-Rückkehrers BMW.

"Great job, great job", freute sich Spenglers Renningenieur sofort nach der Zieldurchfahrt und fügte an die Adresse des Rennfahrers hinzu: "You are a devil!". "Teufel" Spengler musste beim Hitzerennen in der Eifel nur ein einziges Mal zittern - und das noch vor dem Start des Rennens: Beim Ansteuern der Startposition rollte der Kanadier einige Zentimeter zu weit nach vorne: "Du musst ein Stück zurück!", bekam er von seiner Boxencrew ins Auto gefunkt. Spengler befolgte die Anweisung und behielt für den Start die Nerven.

Martin Tomczyk nach dem Rennen am Nürburgring Play-Icon

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Pech hatte hingegen Filipe Albuquerque. Der im Training drittplatzierte Audi-Pilot kam beim Start nicht von der Stelle und wurde auf den ersten Metern von acht Kontrahenten überholt. Den Fauxpas des Portugiesen nutzte unter anderen Martin Tomczyk eiskalt aus, der sich hinter Spengler und Audi-Fahrer Edoardo Mortara zuerst Platz vier, später durch ein schönes Überholmanöver gegen Mike Rockenfeller Rang drei sicherte und bis ins Ziel nicht mehr abgab.

Schadensbegrenzung bei Mercedes

Nach dem verkorksten Qualifying betrieb Mercedes mit Meisterschafts-Spitzenreiter Gary Paffett Schadensbegrenzung: Von Rang elf startend arbeitete sich der Formel-1-Testfahrer Paffett bis auf Rang sechs nach vorne und ergatterte noch acht wertvolle Punkte. "Es wäre vielleicht auch bis auf Rang vier nach vorne gegangen, aber leider war ein Boxenstopp schlecht", meinte der Brite nach dem Rennen etwas zerknirscht.

Der Nürburgring Play-Icon

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Mortara glänzt als bester Audi-Pilot

Edoardo Mortara hatte vor dem Rennen insgeheim gehofft, Bruno Spengler im Rennen vielleicht doch noch überholen zu können, musste sich dann aber mit seinem zweiten Platz zufrieden geben: "Ich habe sehr gepusht. Aber Bruno war ein bisschen schneller. Außerdem hatte er zwei neue Sätze Reifen, ich nur einen."

Spenglers heißer Ritt zum Sieg

Bruno Spengler hat mit einem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg seinen zweiten Saisonerfolg in der DTM eingefahren.

Der Start auf dem Nürburgring

Flirrende Hitze beim Start zum DTM-Rennen in der Eifel. Temperaturen von über 30 Grad Celsius sind eine Neuheit für die DTM auf dem Nürbrugring.

Flirrende Hitze beim Start zum DTM-Rennen in der Eifel. Temperaturen von über 30 Grad Celsius sind eine Neuheit für die DTM auf dem Nürbrugring.

Der Start: Spengler ist rechts unten schon lang aus dem Bild gefahren, dahinter steht Filipe Albuquerque (blauer Audi rechts) wie angewurzelt auf seinem Startplatz. Martin Tomczyk umkurvt den Portugiesen mühsam.

"Wer war das???", brüllt Miguel Molina in sein Helmmikrofon, als er von einem Kontrahenten in einer der ersten Kurven umgedreht wird. "Cool down", rät dem Spanier sein Ingenieur. Trotzdem wird sich Molina in dieser Situation einige passende Worte für Adrien Tambay (weißes Auto) überlegt haben.

Auch bei BMW rauft man sich die Haare: Christian Vietoris zwingt Andy Priaulx in einen Dreher. Vietoris erhält - wie auch Tambay - eine Durchfahrtstrafe wegen Rempelns.

Nach Audi und BMW macht auch Mercedes eine Pirouette: David Coulthard (nicht mehr im Bild) lehnt sich an Roberto Merhi (blaues Auto) an, der wiederum den Rennwagen von Susie Wolff umdreht. Ein mercedesinternes Mini-Scharmützel.

Coulthard - von der Rennleitung nicht bestraft - fabriziert seinen Dreher später ganz alleine. Weil sein Mercedes auf einem Kerb aufsitzt, verliert der Schotte die Kontrolle über sein C-Coupé.

Der Kampf ums Podium: Martin Tomczyk und Mike Rockenfeller liefern sich ein packendes Duell. Der amtierende Champion Tomczyk (weißes Auto) ist aber zu schnell für Rocky.

'Delay' beim Boxenstopp: "Platz vier wäre drin gewesen", sagt Gary Paffett später, "aber der Boxenstopp war schlecht." Geklemmt hat es hinten rechts, Paffett bleibt so oder so Tabellenführer.

Im Rennen läuft bei BMW-Pilot Bruno Spengler alles glatt. Auch die Boxenstopps des Kanadiers bedeuten für ihn keinen Zeitverlust.

Weiter hinten im Feld wirkt Ralf Schumacher sehr gehetzt. Der Grund: Audi-Pilotin Rahel Frey sitzt dem ehemaligen Formel-1-Piloten im Nacken. Am Ende verteidigt Schumacher seinen 13. Platz.

Spengler feiert: Mit seiner Siegerpose, dem angedeuteten Kuss fürs Auto, begeht der BMW-Pilot seinen insgesamt elften DTM-Sieg. "Ein wunderbarer Tag", sagt der Rennfahrer nach dem Rennen strahlend. Er ist nun Spitzenreiter Paffett dicht auf den Fersen.

Spengler neuer Gesamt-Zweiter

Spengler war überglücklich: "Das ist ein Traumtag: Ich habe mich so wohl gefühlt in meinem Auto. Und dann noch das Geschenk für BMW angesichts von 40 Jahren 'M-Rennwagen'." In der Gesamtwertung schob sich Bruno Spengler mit seinem insgesamt elften DTM-Erfolg an Jamie Green vorbei auf Rang zwei und verkürzte den Rückstand auf Spitzenreiter Gary Paffett auf 20 Punkte. Bereits am kommenden Wochenende hat der Kanadier beim siebten Saisonrennen in Zandvoort die nächste Chance, weiter Jagd auf die Spitzenposition zu machen. Das Erste und sportschau.de berichten vom Qualifying am Samstag (25.08.12) und vom Rennen am Sonntag live.

Stand: 19.08.2012, 15:38

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