DTM - Rast profitiert von Greens Pech

Jubel bei René Rast

Sonntags-Rennen der DTM in Spielberg

DTM - Rast profitiert von Greens Pech

Von Jörg Strohschein und Christian Hornung

Jamie Green sah beim Sonntags-Rennen (24.09.2017) in Spielberg schon wie der sichere Sieger aus - doch kurz vor Schluss stoppte ihn ein technischer Defekt. So machte Rookie René Rast mit seinem dritten Saisonsieg vor Mike Rockenfeller und Nico Müller den Audi-Triumph perfekt.

Am Vortag hatte Green ebenfalls den Sieg vor Augen gehabt, da musste er Platz eins nach einer Audi-Stallordner aber noch an Mattias Ekström abschenken. Und auch diesmal war dem Briten der Erfolg nicht vergönnt.

"Leider hatte ich ein Getriebe-Problem, es war nicht mehr möglich zu schalten. Ich kann nicht mehr machen, ich habe ein gutes Rennen gefahren. Das war nicht mein Tag", sagte Green, nachdem er in den letzten beiden Runden noch von Platz eins auf 14 durchgereicht wurde.

Starker Start

Den Start hatte Pole-Setter Green souverän gegen Rast für sich entschieden, allerdings gab es gleich Zweifel an seiner korrekten Aufstellungs-Position: "Jamie stand nicht richtig in seiner Start-Box", funkte Konkurrent Marco Wittmann (BMW) gleich zweimal an die Box - und damit natürlich auch an die Rennleitung. Die sah allerdings keinen Anlass, auf das "Petzen" zu reagieren und beließ Green straffrei.

Samstags-Sieger Mattias Ekström kam von seinem achten Startplatz aus schwer in die Gänge und musste sich, statt anzugreifen, sogar nach hinten verteidigen. Daraufhin wählte er die Taktik des ganz frühen "Undercuts" - und fuhr schon nach der ersten Runde an die Box zum Reifenwechsel.

Auer verpatzt sein Heimspiel

Ähnlich taktierte auch Lucas Auer, der das Qualifying komplett vergeigt und nur den letzten Platz belegt hatte: Er wechselte in der sechsten Runde, um den letzten Hauch seiner Titelchancen doch noch irgendwie wahrzunehmen.

Doch letztlich war nichts mehr drin für den Österreicher bei seinem Heimspiel: Die Zukunftshoffnung von Mercedes wurde in der 29. Runde von Bruno Spengler leicht touchiert und umgedreht. Daraufhin rutschte er in die Streckenbegrenzung, konnte nur noch dem kompletten Feld hinterherhinken und musste schließlich sein Auto abstellen.

Auch der Re-Start geht an Green

"Das gehört zum Rennfahren, das ist dir auch mal einer hinten reinfährt", kommentierte Auer mit einer gehörigen Portion Fatalismus und sah keinen Anlass zu Trübsal: "Mir geht es gut. Ich bin superstolz, dass hier so viele Leute hinter mir stehen."

Ungewollt sorgte Auer aber auch nochmal für Spannung: Nach seinem Unfall musste das Safety Car auf die Strecke, und der Re-Start hätte das Rennen noch einmal durcheinanderwirbeln können. Doch auch diesen entschied Green souverän gegen Rast und Müller für sich.

"Das muss eine Strafe geben!"

Wittmann allerdings fiel zurück und büßte damit seine Podiumschancen ein. Wieder fühlte sich der noch aktuelle Champion aber benachteiligt und funkte wütend: "Paffett und Ekström haben mich rausgedrängt - das muss eine Strafe geben!"

Und die gab es dann tatsächlich auch: Die Rennleitung ordnete an, dass Ekström seinen Platz wieder an Wittmann hergeben musste, weil er zu hart gegen ihn gefahren sei. Doch das ließ der Schwede nicht auf sich sitzen, holte sich in der letzten Rennminute den Platz zurück und wurde am Ende noch Fünfter.

"Das war ein sehr unterhaltsames Rennen für mich. Der Restart hat für Unterhaltung gesorgt. Ich habe Mitleid für Jamie. Das war hart, er hatte so ein tolles Wochenende und fällt dann aus“, sagte Ekström.

Spannung für das Hockenheim-Finale

Rast analysierte: "Der Zwischenfall mit dem Safety Car hat alles nochmal zusammengerührt. Da ging alles ganz gut. Und dann hat Jamie seine Probleme gekriegt.“

Der Rookie ist damit wieder zurück im Titelrennen und hat vor dem letzten Rennwochenende in Hockenheim (14. und 15. Oktober, live bei One, im Ersten und bei sportschau.de) als Zweiter 21 Punkte Rückstand auf Ekström. Rast freut sich schon: "Man sieht, wie schnell es gehen kann. Jetzt ist wieder alles drin in Hockenheim."

Stand: 24.09.2017, 17:16

Darstellung: