BMW hält Audi in Schach

Bruno Spengler

Qualifying zum 6. Saisonlauf der DTM

BMW hält Audi in Schach

Novum in der DTM-Saison 2012: Mercedes schaffte es beim Qualfying zum Rennen auf dem Nürburgring nicht unter die besten Sechs. Schnellster war der Kanadier Bruno Spengler vom Team Schnitzer im BMW.

"Es war sehr schwer, weil alle so schnell unterwegs waren. Diese Pole ist ein geiles Gefühl, Gänsehaut überall. Mein Auto war sensationell", freute sich Spengler nach der Qualifikation. Auch BMW-Motorsport-Direktor Jens Marquardt war sichtlich froh über die Leistung seiner Mitarbeiter: "Riesenkompliment an die ganze Truppe. Der Freitag war schwer, aber dann haben alle ganz toll gearbeitet."

Phoenix - Wie DTM-Meister gemacht werden

Vor dem DTM-Rennen auf dem Nürburgring lässt der Audi-Rennstall Phoenix sportschau.de in sein "Herz" blicken: So arbeiten Meistermacher.

Der Phoenix-Sitz in Meuspath

Hier ist 2011 der DTM-Titel entstanden: die Werkstatt des Audi-Teams Phoenix Racing. Sie liegt nur einen Steinwurf vom Nürburgring entfernt, wo die DTM-Piloten am Sonntag (19.08.12, 14 Uhr) den sechsten Saisonlauf austragen. Im Vorfeld des Rennens lässt der Audi-Rennstall Phoenix sportschau.de in sein "Herz" blicken.

Hier ist 2011 der DTM-Titel entstanden: die Werkstatt des Audi-Teams Phoenix Racing. Sie liegt nur einen Steinwurf vom Nürburgring entfernt, wo die DTM-Piloten am Sonntag (19.08.12, 14 Uhr) den sechsten Saisonlauf austragen. Im Vorfeld des Rennens lässt der Audi-Rennstall Phoenix sportschau.de in sein "Herz" blicken.

Das Herzstück des Phoenixsitzes in Meuspath in der Eifel ist die Werkstatt für die beiden DTM-Audis. Mike Rockenfellers gelb-grüner Bolide ist schon so gut wie fertig für den Nürburgring, Miguel Molinas Auto braucht noch ein bisschen.

Doch zunächst Ehre, wem Ehre gebührt: Ernst Moser ist Gründer, Chef und Aushängeschild von Phoenix Racing. Der 51-Jährige hat sein Büro im Obergeschoss - die wichtigsten Pokale stets im Blick.

Moser hat Phoenix Racing 1999 gegründet - damals noch mit Schnäuzer (hintere Reihe mittig). Im Premierenjahr starteten Arnd Meier (li.) und Michael Bartels im Super Tourenwagen Cup (STW). Schon ein Jahr später arbeitete das Team für Opel erstmals in der DTM. 2007 folgte der Wechsel zu Audi - gekrönt mit der Meisterschaft von Martin Tomczyk im vergangenen Jahr.

Auch Teammanager Dirk Theimann ist ein Mann der ersten Phoenix-Stunde. Auch er hat sein Büro im ersten Stock. Der Weg in die helle, geräumige Werkstatt ist kurz. Aus zwei zentral gelegenen Räumen mit großen Fensterfronten lassen sich die Vorgänge gut überblicken.

Oben ist Platz für Pausen, Besprechungen - und natürlich Pokale.

Im unteren Glaskasten arbeiten die Ingenieure. Auch Miguel Molina ist schon da und studiert mit seinem Ingenieur Laurent Fedacou Daten.

Dirk Theiman hat die Mechaniker für eine Besprechung zusammengetrommelt. Das Team Phoenix hat insgesamt rund 30 Mitarbeiter- Bürokräfte inklusive.

Einige Karosserieteile des Molina-Audis warten noch auf ihren Einsatz.

Auch dutzende Reifen lagern in der Phoenixwerkstatt, die meisten in einem separaten Lagerraum.

Phoenix startet nicht nur in der DTM, sondern auch bei Langstreckenrennen. In diesem Jahr war Phoenix besonders erfolgreich: Das Team gewann mit einem Audi R8 LMS die beiden wichtigsten 24-Stunden-Rennen Europas: Nürburgring und Spa. Zusätzlich gewann Audi in diesem Jahr auch in Le Mans.

Gut sortiert: die Kopfhörer und Funkgeräte des Teams.

Vor der Halle stehen vier Lkws bereit. Drei von ihnen reichen aus, um das gesamte DTM-Equipment inklusive Autos zum Rennort zu bringen.

Die Rennställe haben fraglos einen großen Anteil an Erfolg und Misserfolg in der DTM - aber kaum jemand nimmt sie wahr. Immerhin stehen ihre Namen seit dieser Saison auf den Fahrzeugen - allerdings in überschaubarer Größe.

Spengler setzte sich im vierten und letzten Qualifikationsabschnitt gegen ein Audi-Trio durch. Edoardo Mortara und Filipe Albuquerque vom Team Rosberg belegten die Plätze zwei und drei, Mike Rockenfeller startet ins Rennen von Rang vier aus.

BMW sehr stark

Mit vier Rennwagen in den Top Acht präsentierte sich DTM-Rückkehrer BMW stark. Der noch amtierende Meister Martin Tomczyk war mit seiner Leistung allerdings nicht ganz zufrieden: "Das war in Ordnung. Aber 'in Ordnung' will kein Rennfahrer hören. Wir haben gezeigt, dass BMW extrem konkurrenzfähig ist. Aber wir haben es mit Platz fünf nicht richtig umsetzen können."

Stars reihenweise zu langsam

Bereits am Ende des ersten Qualifikations-Segments mussten Mattias Ekström, bestplatzierter Audipilot im Gesamtklassement, und Mercedes-Star Ralf Schumacher tief durchatmen: Nur hauchdünn schafften sie den Einzug in Qualifying-Abschnitt zwei. Doch dort gelang beiden Routiniers allerdings keine Verbesserung, Ekström und Schumacher müssen sich mit den Startplätzen zwölf und 15 zufrieden geben. Ekström, bislang aussichtsreichster Audipilot im Kampf um den Titel, war total enttäuscht: "Zuerst war ich nicht schnell genug, und als es dann besser lief, wurden wegen eines Drehers von Augusto Farfus gelbe Flaggen geschwenkt. Da musste ich vom Gas gehen."

DTM Play-Icon

Tradition am Nürburgring | 01:39 min | 16.08.2012 | ARD Morgenmagazin | Das Erste

Paffett nur Elfter

Aber auch für Tabellenführer Gary Paffett lief es denkbar schlecht. Der Brite schaffte im HWA-Mercedes nur Startplatz elf: "Ich bin total überrascht, das Auto hat sich gut angefühlt. Ich habe nur kleine Fehler gemacht, aber nichts Großes. Ich weiß auch nicht, warum wir so langsam sind." Insgesamt erlebte Mercedes ein Debakel in der Qualifikation in der Eifel: Bester Pilot war Jamie Green als Siebter, unter den ersten 17 der 22 Starter finden sich insgesamt nur drei Mercedes-Fahrer.

Streckenvorschau Nürnburgring Play-Icon

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Der Renntag verspricht spannend zu werden: Das Hochsommer-Wetter wird nicht nur eine Rekordzahl von Zuschauern an die Rennstrecke locken, sondern auch zur extremen Material-Belastungsprobe werden. Lufttemperaturen über 35 Grad Celsius und Streckenwerte über 50 Grad Celsius werden aber nicht nur dem Material, sondern auch den Piloten alles abverlangen. Das Erste und sportschau.de übertragen ab 13.45 Uhr im Livestream und im Ticker.

jo | Stand: 18.08.2012, 15:24

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