DTM - Haug und Paffett werden dünnhäutig
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Vor dem Rennen in Oschersleben
DTM - Haug und Paffett werden dünnhäutig
Von Volker Schulte
Der DTM-Titelkampf geht in seine heiße Phase: Vor dem Rennen in Oschersleben am Sonntag (16.09.12, ab 13.45 Uhr live bei sportschau.de) ist der Vorsprung von Mercedes-Pilot Gary Paffett geschrumpft - nicht zuletzt durch den Unfall mit BMW-Mann Martin Tomczyk in Zandvoort. Damals griff Paffett seinen Kontrahenten nach dem Rennen verbal heftig an. Drei Wochen später ist Mercedes-Sportchef Norbert Haug immer noch verstimmt.
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Direkt nach dem Rennen ging Martin Tomczyk zu Gary Paffett, er wollte sich entschuldigen. Doch der Brite war stocksauer, gab Tomczyk mit deftigen Worten zu verstehen, dass er nichts von einer Entschuldigung hören wollte. "Wenn man so etwas Blödes macht, reicht 'sorry' nicht", fauchte Paffett später noch in die ARD-Kameras.
Was war passiert? Paffett hatte sich in Zandvoort von Startplatz elf aus bis auf den dritten Platz nach vorne gekämpft. Doch als in Runde 27 heftiger Regen einsetzte, verlor Tomczyk die Kontrolle über seinen BMW und drehte Paffett in einer Rechtskurve um. Paffet wurde am Ende nur Siebter, landete hinter seinen schärfsten Verfolgern in der Gesamtwertung, Jamie Green (Vierter) und Bruno Spengler (Sechster). "Wir haben schon wieder Punkte verloren", schimpfte Paffett. "Ich sollte mir eine Zielscheibe aufs Auto malen."
Vom Markenkollegen getroffen
Paffett spielte auf das Rennen auf dem Norisring an, als er in Führung liegend in der ersten Kurve eine Schubser von hinten erhielt. Auch Norbert Haug hadert mit dem Schicksal seines Fahrers. Dass Paffett "zweimal umgedreht" worden sei, "gefällt mir nicht". Die beiden Kollisionen hätten dem Briten "um die 30 Punkte gekostet", spekuliert Haug.
Doch was der Mercedes-Sportchef verschweigt: Die Massenkollision vom Norisring, der auch Paffett zum Opfer fiel, war von einem seiner eigenen Piloten ausgelöst worden: Ralf Schumacher. Zudem war es letztlich Jamie Green, der Paffett touchierte, also ein weiterer Mercedes-Fahrer.
Tomczyk um fünf Plätze strafversetzt
Auch Martin Tomczyk wird in Zandvoort kaum gezielt Jagd auf Paffett gemacht haben. "Ich hätte um einen Podestplatz kämpfen können, aber die unglückliche Kollision mit Gary unter den schwierigen Bedingungen hat diese Chance zunichte gemacht", sagte der amtierende Champion zu sportschau.de. Tomczyk hatte sein Auto nach dem Zusammenprall abstellen müssen, in der Gesamtwertung ist er nun mit 50 Punkten Rückstand wohl alle Titelchancen los. Zudem wird er in Oschersleben wegen des Unfalls um fünf Plätze zurückversetzt: "Ich finde die Strafe weiterhin zu hart, denn es steckte ganz sicher keine Absicht dahinter."
Trotzdem: Paffetts Dreher in Zandvoort hat die Meisterschaft spannend gehalten. Jamie Green ist auf 16 Punkte an seinen Mercedes-Markenkollegen herangerückt, BMW-Pilot Bruno Spengler hat nur noch 18 Punkte Rückstand. "Oschersleben ist eine Strecke, die mir richtig gut gefällt", sagte Spengler. "Sie ist sehr speziell, es gibt nur wenige gerade Abschnitte. Ich stand dort schon drei Mal auf dem Podium." Die Konkurrenz sitzt Paffett also im Nacken, der einst so komfortable Vorsprung ist drei Rennen vor Saisonende fast aufgebraucht. Das erklärt wohl auch die Empfindlichkeit im Mercedes-Lager.
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Stand: 14.09.2012, 08:00