DTM-Favoriten - Sechs Asse und Rookie Rast

DTM-Favoriten - Sechs Asse und Rookie Rast

Von Christian Hornung

Der Titelverteidiger ist dabei, natürlich auch der Beinahe-Champion, der nun zu Mercedes gewechselt ist - und die Test-Besten aus Hockenheim: sportschau.de nennt die Titel-Favoriten für die Saison 2017. Für die größte Überraschung kann ein deutscher Rookie sorgen.

Timo Glock

Es waren nur Tests - aber dem "nur" widerspricht Timo Glock gerne. Der BMW-Pilot hat bei der Testwoche in Hockenheim gezeigt, dass er für den Saisonstart bestens gerüstet ist: Er fuhr nicht nur die schnellste Zeit aller Fahrer an allen drei Tagen, sondern pulverisierte auch die Pole-Zeit für das 2016er-Rennen um über zwei Sekunden. Glock: "Wir haben gezeigt, dass wir die lange Pause gut genutzt haben und absolut konkurrenzfähig sind." Vergangene Saison hat Glock in Spielberg gezeigt, dass er auch siegfähig ist - allerdings nur einmal. Dieses Jahr scheint er mehr draufzuhaben.

Es waren nur Tests - aber dem "nur" widerspricht Timo Glock gerne. Der BMW-Pilot hat bei der Testwoche in Hockenheim gezeigt, dass er für den Saisonstart bestens gerüstet ist: Er fuhr nicht nur die schnellste Zeit aller Fahrer an allen drei Tagen, sondern pulverisierte auch die Pole-Zeit für das 2016er-Rennen um über zwei Sekunden. Glock: "Wir haben gezeigt, dass wir die lange Pause gut genutzt haben und absolut konkurrenzfähig sind." Vergangene Saison hat Glock in Spielberg gezeigt, dass er auch siegfähig ist - allerdings nur einmal. Dieses Jahr scheint er mehr draufzuhaben.

"Wir sind so gut vorbereitet wie schon lange nicht mehr." Ob das jetzt wirklich für die Zukunft oder doch eher gegen die Vergangenheit spricht, wird sich zeigen - der große Optimismus bei Paul Di Resta hat aber ein Fundament. Der Ex-Formel-Fahrer steuerte seinen Mercedes-AMG C 63 DTM bei den Tests als Zweitschnellster über den Kurs von Hockenheim. 2016 war der Brite immerhin zehnmal in den Top Ten und am Ende starker Fünfter - und er weiß seit 2010, wie man die DTM gewinnt. Di Resta: "Wir wollen ein Wörtchen im Titelkampf mitreden."

Er wird nicht jünger - und dann auch noch diese Doppelbelastung? DTM-Ikone Mattias Ekström geht straff auf die 40 zu, tut sich aber weiterhin neben den Tourenwagen auch noch das Rallycross an. Das aber sehr erfolgreich, der Schwede ist Titelverteidiger und hat auch heuer schon wieder zwei Rennen gewonnen. Der streitbare "Eki", der sich 2016 ein bisschen zu viel durch Scharmützel neben der Strecke aus dem Rhythmus brachte, hat aber auf jeden Fall noch ein unglaubliches Fahrgefühl. Und heiß ist er auch mit fast 39 Jahren: "Schluss mit Testen, jetzt ist es Zeit, endlich wieder Rennen zu fahren", freut er sich auf den Saisonauftakt.

18 Rennen gab es 2016, 15 Mal davon fuhr Marco Wittmann in die Punkte. Vor allem seine Konstanz auf Top-Niveau haben ihm seinen zweiten Titel nach 2014 gebracht. Und mit seiner Rennintelligenz, die ihn im richtigen Moment auch mal das Gaspedal lupfen lässt, gehört er natürlich auch jetzt wieder zum engsten Kreis der Favoriten. Bei den Tests untermauerte er diese Aussichten, mit dem geringeren Abtrieb kommt er bestens klar: "Das Leistungsplus ist deutlich spürbar. Die Fans werden die neuen DTM-Fahrzeuge genauso lieben wie wir Fahrer.“

Ein wachsamer Umgang mit den Reifen wird nach den Regeländerungen in der 2017er-Saison deutlich wichtiger als zuvor - da kann die große Rennerfahrung von Gary Paffett durchaus ein Trumpf sein. Der Brite ist bereits seit 2003 in der DTM dabei und bewies an den ersten beiden Test-Tagen in Hockenheim jeweils mit der Bestzeit, dass er seinen Mercedes schon hervorragend im Griff hat. Um wirklich vorne zu landen, muss Paffett aber sein "Top-oder-Flop" der Vorsaison abstellen: Fünfmal fuhr er in die Top-Fünf - in den anderen 13 Läufen punktete er gar nicht!

Wenn es so etwas wie ein Momentum auch in der DTM gibt, und wenn Edoardo Mortara dieses auch noch aus der Vorsaison hinüberretten kann - dann führt der Titel 2017 nur über ihn. Mit einem grandiosen Endspurt hätte er im Vorjahr beinahe noch Marco Wittmann Platz eins abgejagt, den er ohnehin nur mit sehr viel Pech (unter anderem eine technische Panne der Jury) verpasste. Mortara ist nun der einzige Fahrer, der den Rennstall getauscht hat: Es wird hochspannend zu beobachten, wie der Italiener im neuen Mercedes-Cockpit klarkommt.

René Rast kommt mit sehr zurückhaltend formulierten Zielen in die DTM: "Ich will konstant fahren, möglichst oft punkten und bester Rookie werden." Warum so bescheiden? Der Audi-Pilot hat 2016 bei seinen Kurzeinsätzen als Ersatzmann für Adrien Tambay und Mattias Ekström schon gezeigt, in welchem Turbo-Tempo er sich auf neue Herausforderungen einstellen kann. Beim Saisonfinale in Hockenheim belegte der dreimalige Porsche-Supercupsieger ohne große Eingewöhnungszeit den sechsten Platz: Eine bessere Warnung an alle Konkurrenten - und nicht nur die beiden anderen Neulinge - kann es kaum geben.

Stand: 03.05.2017, 07:45 Uhr

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