Eki, Emotionen, Einsteiger – Die Tops der DTM-Saison 2017

Eki, Emotionen, Einsteiger – Die Tops der DTM-Saison 2017

Von Christian Hornung

Dass der Titelkampf in der DTM-Saison 2017 bis zum letzten Wochenende spannend ist, ist vor allem einem Neueinsteiger zu verdanken: Rookie René Rast kitzelt Oldie Mattias Ekström zu Höchstleistungen. Es war aber auch ein Jahr der Emotionen, bei denen Fahrer wie Timo Glock die Fans mitgenommen haben.

Matthias Ekström

Im Juli kommenden Jahres macht er die 40 voll – doch Mattias Ekström ist nach wie vor in der Lage, allen Teens und Twens um die Ohren zu fahren. In der 2017er-Saison hat er zwar (bislang) nur ein Rennen gewonnen, doch seine Konstanz bei den Top-Resultaten haben ihn auf Meisterschafts-Kurs gebracht: Zehnmal punktete der Schwede zweistellig, genau da lag der Unterschied zu seinen Verfolgern René Rast und Jamie Green, obwohl beide öfter ganz oben standen. Dass "Eki" zudem ein Top-Verkäufer der DTM ist, ist seit Jahren bekannt.

Im Juli kommenden Jahres macht er die 40 voll – doch Mattias Ekström ist nach wie vor in der Lage, allen Teens und Twens um die Ohren zu fahren. In der 2017er-Saison hat er zwar (bislang) nur ein Rennen gewonnen, doch seine Konstanz bei den Top-Resultaten haben ihn auf Meisterschafts-Kurs gebracht: Zehnmal punktete der Schwede zweistellig, genau da lag der Unterschied zu seinen Verfolgern René Rast und Jamie Green, obwohl beide öfter ganz oben standen. Dass "Eki" zudem ein Top-Verkäufer der DTM ist, ist seit Jahren bekannt.

Schon früh in der Saison hat der Chef des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB), Hans-Joachim Stuck, über René Rast zu sportschau.de gesagt: "Wie konnte Audi diesen Mann so lange für die DTM übersehen?" "Strietzel" wurde eindrucksvoll bestätigt: Der Rookie raste nicht nur in die Herzen der Fans, sondern war von Beginn an extrem konkurrenzfähig: Mit drei Siegen holte der Mindener die meisten aller Piloten und hat vor dem großen Finale in Hockenheim sogar noch Titelchancen.

Ja, okay – Timo Glock hat sich in dieser Saison nicht immer politisch korrekt verhalten. Aber genau diese Emotionen sind es doch, die die Fans sehen, hören – und an denen sie teilhaben wollen. Von daher ist ein kerniges "F... Idiot" via Boxenfunk oder auch der gestenreiche Wutausbruch in Zandvoort, als ihm Edoardo Mortara im Qualifying die schnelle Runde klaute, zwar diskutabel, aber publikumsnäher als zur Schau getragene Coolness. Sein überragendes Urlaubs-Video mit seiner Crew erreichte zudem Klickzahlen im zweistelligen Millionenbereich – Glock ist ein starker Markenbotschafter der DTM.

Was Mike Rockenfeller beim Rennwochende in Moskau geschafft hat, ist vielleicht genauso spektakulär wie der Sieg der gesamten Serie. Nur drei Wochen nach seinem schlimmen Unfall am Norisring, bei dem er einen Fußbruch erlitt, humpelte "Rocky" in Moskau auf Gehstützen zu seinem Auto, fuhr mit dem "falschen" Fuß (er bremste und gab Gas mit rechts!) auf Platz zwei – und hatte am Ende des Rennens sogar sichtbar mehr Speed als Sieger René Rast.

Er kam, sah – und änderte vieles. Gerhard Berger hatte vor seinem Einstieg als DTM-Boss versprochen, die Rennserie näher an die Fans heranzubringen, sie nachvollziehbarer, sportlicher, menschlicher und spannender zu machen. Viel davon ist ihm geglückt: Fahrer und Mechaniker spielen inzwischen eine deutlich größere Rolle als unter Vorgänger Hans-Werner Aufrecht. Berger war aber auch als Krisen-Manager (Performance-Gewichte, Mercedes-Ausstieg) gefragt und muss nun neue Hersteller für die DTM gewinnen. Ob (und ab wann) das klappt, ist noch völlig offen – aber es ist Berger zuzutrauen.

Ein Beispiel für die Philosophie von Gerhard Berger war die Reduzierung der Man-Power beim Radwechsel: Statt zwei Mechaniker pro Reifen sind es nun nur noch zwei auf der rechten und zwei auf der linken Autoseite. Der Effekt ist das, was Berger wollte: Die Boxenstopps werden fehleranfälliger, spektakulärer und auch irgendwie menschlicher. Denn als Fan denkt man automatisch an seine eigene Performance, wenn man auf dem Autobahn-Randstreifen möglichst schnell das Ersatzrad aufziehen muss ...

Stand: 13.10.2017, 07:42 Uhr

Darstellung: