Mortara & Mogelpackungen – Die Flops der DTM-Saison 2017

Mortara & Mogelpackungen – Die Flops der DTM-Saison 2017

Er wurde mit so großen Hoffnungen der Konkurrenz abgejagt – und fuhr fast nur hinterher: Edoardo Mortara führt die Flop-Liste der DTM-Saison 2017 souverän an. Für Enttäuschung sorgten aber auch andere Piloten und eine viel zu spät vergenommene Regeländerung – die aber als große Revolution verkauft wurde.

Edoardo Mortara

"Ob Audi oder Mercedes ist egal, Gaspedal ist Gaspedal." Das hatte der Boss des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB), Hans-Joachim Stuck, vor der Saison zu sportschau.de über den spektakulären Wechsel von Vize-Meister Edoardo Mortara von den Ingolstädtern zu den Stuttgartern gesagt. Da, mit Verlaub, lag der Altmeister komplett daneben: Mortara dümpelt auf Platz 15 der Fahrerwertung und hat sogar schlechter gepunktet als sein Teamkollege, DTM-Rückkehrer Maro Engel. Die Titel-Hoffnung war nur zweimal in den Top-Fünf, blieb zehnmal punktlos und zeigte vor allem keinerlei Steigerung im Saisonverlauf – der DTM-Fahrer-Flop des Jahres.

"Ob Audi oder Mercedes ist egal, Gaspedal ist Gaspedal." Das hatte der Boss des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB), Hans-Joachim Stuck, vor der Saison zu sportschau.de über den spektakulären Wechsel von Vize-Meister Edoardo Mortara von den Ingolstädtern zu den Stuttgartern gesagt. Da, mit Verlaub, lag der Altmeister komplett daneben: Mortara dümpelt auf Platz 15 der Fahrerwertung und hat sogar schlechter gepunktet als sein Teamkollege, DTM-Rückkehrer Maro Engel. Die Titel-Hoffnung war nur zweimal in den Top-Fünf, blieb zehnmal punktlos und zeigte vor allem keinerlei Steigerung im Saisonverlauf – der DTM-Fahrer-Flop des Jahres.

"Ich will dieses Jahr um den Titel mitfahren", hat Paul Di Resta vor der Saison angekündigt. Mutige Ansagen sind ja begrüßenswert, aber in seinem Fall hatten die sich früh in Luft aufgelöst. Jetzt kann der Ex-Formel-1-Pilot froh sein, wenn er das Jahr in den Top Ten übersteht. Dabei hatte er zweifellos die nötige Pace, wie ein Sieg und zwei zweite Plätze beweisen. Aber es gab beim Mercedes-Aushängeschild kaum Mittelmaß, zu große Probleme in den Qualifyings und nur acht Top-Ten-Platzierungen.

"Erfolg kommt, wenn man liebt, was man tut – und sich verpflichtet, der Beste in seinem Feld zu sein." Mit diesem Leitsatz begrüßt Tom Blomqvist die Fans auf seiner Homepage. Viel hat der in Neuseeland aufgewachsene Schwede mit britischem Pass davon nicht umsetzen können: Als bärenstarker Vorjahres-Sechster ist die BMW-Hoffnung in dieser Saison punktgleich mit dem Letzten Loic Duval und hat mit 22 Zählern nicht mal ein Fünftel der Ausbeute von 2016 (113) eingefahren. Hoffentlich liebt er seinen Sport trotzdem noch.

Quervergleiche unter den Fahrern sind in der DTM schwierig zu ziehen, aber bei Nico Müller darf man schonmal anmerken, dass er im gleichen Fahrzeug sitzt wie der mutmaßliche Champion Mattias Ekström. Müller hat in seinem Audi Sport Team Abt Sportsline aber nicht einmal die Hälfte der Punkte des Schweden (81 zu 172) zustande gebracht. Immerhin war die Tendenz zuletzt mit zwei dritten Plätzen positiv, zeigt aber auch, dass für die Formel-1-Hoffnung vieler Schweizer deutlich mehr möglich war.

Der Journalisten-Leitsatz "No jokes with names" hat in Zeiten der sozialen Netzwerke wesentlich an Bedeutung verloren. Und so muss ein Augusto Farfus nach mickrigen 29 Punkten in der laufenden Saison damit leben, mal als "Parkfuß", mal als "Plattfuß" verspottet zu werden. Erst im achten Rennen 2017 fuhr der Brasilianer überhaupt zum ersten Mal in die Top Ten und auch danach sammelte er für die Neuvergabe der Cockpits 2018 nur sehr wenige Argumente.

Vieles an den Reglement-Änderungen 2017 funktionierte: Die Zusatzpunkte für die Top Drei im Qualifying, die Reduzierung der Mechaniker während der Boxenstopps, der Indycar-Restart nach den Safetycar-Phasen. Doch welchen unnötigen Ballast man sich bei der ITR mit der Beibehaltung der Zusatzgewichte aufbürdete, wurde bereits kurz nach dem Saisonstart ersichtlich. Fans und Fahrer ärgerten sich: Eine Regel, die mitunter die Schnellsten noch zusätzlich bevorteilt – so etwas ist keinem Sportler zu erklären. Früh wurden die Rufe nach einer Abschaffung der unsinnigen Gewichte laut. Warum sich BMW lange gegen die Abschaffung zu wehren schien, bleibt eines der Mysterien der zuendegehenden Saison. Die Performancegewichte jedenfalls waren mit großem Abstand der Reglements-Flop 2017.

Stand: 13.10.2017, 07:31 Uhr

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