Fans erhört - DTM schafft Zusatzgewichte ab

Die DTM auf dem Nürburgring

Hersteller und Dachverband sind sich endlich einig

Fans erhört - DTM schafft Zusatzgewichte ab

Von Christian Hornung

Dass die DTM-Fans und -Fahrer das noch erleben dürfen: Nach jahrelangem Hin und Her haben sich die drei Hersteller doch noch auf die Abschaffung der Zusatzgewichte geeinigt. Und plötzlich sind alle begeistert.

Für die Fahrer waren die Zusatzgewichte nur ein Klotz am Bein, geliebt hat sie niemand. Und für die Fans der Deutschen Tourenwagen Masters war das mehrfach veränderte und am Ende komplett unverständliche System hinter der Zu- oder Entladung von Gewichten ohnehin ein Unding.

Jetzt haben die drei Hersteller gemeinsam mit der DTM-Dachorganisation ITR eine überraschend simple Lösung gefunden: Der erfolgs- und zuletzt auch noch teilweise zufallsabhängige Ballast wird abgeschafft. Komplett. Und sofort.

Stuck und Berger zufrieden

Die Bosse der Szene haben sich durchgesetzt. Hans-Joachim "Strietzel" Stuck, Chef des Deutschen Motor Sport Bundes, hatte schon lange gefordert: "Es geht um einen sportlich fairen Wettbewerb, und daraus ergibt sich nur ein logischer Schluss: Wir müssen endlich im Sinne des Sports eine Lösung finden, die die Performance-Gewichte abschafft. Der Fan will Rennfahrer sehen, die von der ersten bis zur letzten Minute Vollgas geben." Jetzt ist Stuck zufrieden: "Wir freuen uns, dass Gerhard Berger die Gespräche zwischen Herstellern und der ITR zu einem konstruktiven Ende gebracht hat."

Genauso hatte sich auch der seit dieser Saison amtierende DTM-Chef und ehemalige Formel-1-Fahrer Gerhard Berger wiederholt geäußert. Jetzt ist er regelrecht erleichtert: "Alle Beteiligten haben die Stimmen der Fans gehört. Ich freue mich sehr, dass die Hersteller an einem Strang ziehen und im Sinne des Sports entschieden haben. Das ist ein starkes Signal für die DTM."

"Intensiv nach einer Lösung gesucht"

Fast schon amüsant sind die Reaktionen derjenigen, die genau diesen Schritt bis zuletzt immer wieder verhindert haben. Jetzt feiern sie ihn: "Das ist ein guter Tag für die DTM, ihre Fans und echten Motorsport. Heute gibt es nur Gewinner. Wir haben in den vergangenen Wochen mit allen Parteien intensiv nach einer Lösung gesucht und sie im Konsens gefunden", sagt BMW-Motorsportchef Jens Marquardt. Intensiv nach einer Lösung gesucht, und dann die Gewichte abgeschafft - so einfach ist das. Nur: Warum nicht schon viel früher?

Audi-Motorsportchef Dieter Gass betont: "Ich freue mich, dass die Diskussion über die Performance Gewichte endlich vom Tisch ist und der sportliche Wettkampf wieder im Vordergrund steht." Sein Mercedes-Kollege Ulrich Fritz: "Mit der Abschaffung erfüllt die DTM den Wunsch der Fans und Fahrer. Ich bin sicher, dass uns ein heißer Kampf um den Titel bevorsteht. Darauf freuen wir uns jetzt umso mehr, als die Diskussionen über die Gewichte endlich ein Ende haben und der Sport wieder stärker im Fokus steht."

Hintergrund sind Zukunftssorgen

Der Hintergund der späten Regeländerung kurz vor Saisonende (es stehen nur noch die Rennwochenenden in Spielberg am 23. und 24. September - live im Ersten, bei One und sportschau.de - und Mitte Oktober in Hockenheim an) dürfte indes weniger die kollektive Einsicht als vielmehr die Sorge um die Zukunft der Serie sein: Mercedes hat seinen Ausstieg angekündigt, nur mit Audi und BMW wird es für die DTM ziemlich eng.

Jens Marquardt sagt dann auch ziemlich unmissverständlich: "Für die kommenden Monate werden wir auf diesem Konsens aufbauen und die DTM fit für die Zukunft machen. Diese Plattform wird noch attraktiver - und ist für weitere Hersteller offen."

Stand: 14.09.2017, 17:17

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