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Immer variabel - Löw wechselt Personal und System

Deutsche Nationalmannschaft beim Confed Cup

Immer variabel - Löw wechselt Personal und System

Joachim Löw kündigt für den Confed Cup viele personelle Wechsel an. Auch bei den Systemen will er einiges ausprobieren, um Deutschlands taktische Möglichkeiten wieder zur erhöhen.

Montag, Donnerstag, Sonntag: Das Programm der deutschen Nationalmannschaft beim Confed Cup ist schnell getaktet. Schon der straffe Zeitplan würde vermutlich dazu führen, dass Joachim Löw sein Personal rotieren lässt. Der Bundestrainer plant dies aber vor allem auch, um jeden seiner nur 18 Feldspieler des Kaders etwa gleich lange unter Wettkampfbedingungen zu beobachten.

Da die meisten Spieler noch wenig Länderspiele in ihren Karrierestatistiken stehen haben, wäre es möglich, ihnen eine feste Grundordnung an die Hand zu geben. Doch auch in dieser Beziehung plant Löw die Veränderung. "Wir haben zwei oder drei unterschiedliche Systeme. Es ist gut möglich, dass wir während des Turniers variieren, auch innerhalb eines Spiels", sagte der Bundestrainer vor dem Auftaktspiel am Montag (19.06.17) gegen Australien.

Das Konterspiel ist ein bisschen verloren gegangen

Bis zur Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika legte Löw vor allem Wert darauf, dass seine Mannschaft sicher in der Defensive steht und bei Ballbesitz schnell und steil nach vorne spielt. Danach begann die Phase, in der Deutschland nach hohen Ballbesitzanteilen strebte. Mit dieser Spielweise wurde Deutschland Weltmeister, aber es ging im Lauf der Jahre auch etwas verloren.

Joachim Löw bemängelte bei der Europameisterschaft 2016, die mit der Niederlage im Halbfinale gegen Frankreich endete, dass die Stärke im Konter ein bisschen verloren gegangen sei. Außerdem vermisste er Spieler, die gerne das Dribbling suchen und dies dann auch möglichst oft gewinnen.

Bundestrainer Joachim Löw beim Training

Bundestrainer Joachim Löw: "Mal auf Konter setzen"

Joachim Löw will seine Mannschaft wieder flexibler machen. Die Zeiten, als er recht stur in einem 4-2-3-1-System spielen ließ, sind vorbei. Gegen Australien wird von den meisten Beobachtern mit einer Dreierkette gerechnet.

"Mal auf Konter zu setzen", wie es Löw nach dem WM-Qualifikationsspiel gegen San Marino am 10. Juni andeutete, wird beim Confed Cup aber wohl erst am Donnerstag (22.06.17) gegen Chile gelingen, das von vielen als Turnierfavorit gehandelte Team, das sich nicht gegen Ballbesitz scheut und auch die Spieler hat, um damit umzugehen.

Schwerpunkt "Laufwege im letzten Drittel"

Australien wird sehr wahrscheinlich mit einer Dreierkette spielen, die dann überwiegend eine Fünferkette sein wird, weil Deutschland den Ball hat. Damit rechnet zumindest der Bundestrainer. Löw sagte am Sonntag, dass ein Schwerpunkt der Arbeit in den vergangenen Wochen auf den Laufwegen gelegen habe, "vor allem den Laufwegen im letzten Drittel". Während der EM bemängelte Löw häufiger, dass sich zu wenige deutsche Spieler im Strafraum aufgehalten hätten, um dem Passgeber mehrere Optionen zhu bieten.

Beim 1:1 in Dänemark und dem 7:0 gegen San Marino habe ihm gut gefallen, wie sich die Trainingsarbeit auf den Wettkampf ausgewirkt habe: "Ich bin überrascht, wie schnell die Mannschaft manche Dinge in taktischer Hinsicht umgesetzt hat."

Auch Deutschland vermutlich mit einer Dreierkette

Es kann gut sein, dass auch die deutsche Mannschaft gegen Australien mit einer Dreierkette beginnen wird. Löw hat dabei die Auswahl aus den vier Innenverteidigern Shkodran Mustafi, Antonio Rüdiger, Niklas Süle und Matthias Ginter. Joshua Kimmich (rechts) und Jonas Hector dürften die äußeren Mittelfeldspieler sein, Sebastian Rudy der zentrale Stratege, Leon Goretzka der dynamische "Zischenspieler", wie Löw gerne sagt, der sich häufig bis zum und in den gegnerischen Strafraum bewegt und auch zum Abschluss kommen soll.

Als zentraler Stürmer dürfte Sandro Wagner beginnen. Um ihn herum könnten Timo Werner oder Lars Stindl spielen, Julian Draxler dürfte als Kapitän auf der Position des offensiven Strategen, der auch das Dribbling sucht, gesetzt sein.

Stand: 19.06.2017, 06:00

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