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Mathew Leckie - Australiens Mr. Zuverlässig

Mathew Leckie feiert ein Tor

Confed Cup 2017

Mathew Leckie - Australiens Mr. Zuverlässig

Von Robin Tillenburg

Beim DFB-Gruppengegner Australien ist Mathew Leckie gesetzt. Der Flügelspieler aus der Bundesliga scheint so etwas wie der Lieblingsschüler von Trainer Ange Postecoglou zu sein.

Denn als Postecoglou am 19. November 2013 erstmals auf der Bank der "Socceroos" Platz nahm, hatte Leckie, damals 22 Jahre alt und im Dienste vom Zweitligisten FSV Frankfurt, zuvor erst vier Länderspiele absolviert.

Fast immer überall dabei

Beim Debüt des griechischstämmigen Trainers gegen Costa Rica stand er erstmals in der Startelf und blieb zumeist dort. Kaum ein Spieler hat in der Postecoglou-Ära so viele Einsätze für Australien gehabt wie der Flügelspieler, der heute bei 41 Spielen für sein Land steht - Postecoglou bringt es auf 40.

Auch in seiner Vereinslaufbahn ging es seither eigentlich nur nach oben. Von Frankfurt wechselte er nach Ingolstadt, machte dort 32 von 34 Zweitligapartien und war mit sieben Treffern und sieben Assists ein Garant für die Zweitligameisterschaft. In seinen beiden folgenden Bundesligajahren waren es dann zwar weniger Scorerpunkte, doch schließlich spielte er als Flügel-Angreifer für einen defensivstarken Abstiegskandidaten.

In beiden Bundesligaspielzeiten absolvierte er jeweils wieder über 30 Spiele. Kein Wunder, dass nach Ingolstadts Abstieg bereits etliche Bundesligisten ihre Fühler nach Leckie ausgestreckt hatten. Hertha BSC machte das Rennen - ein Europapokal-Team also. Leckies persönlicher Karriereweg geht weiter aufwärts. Drei Millionen Euro kostete der Australier die Berliner dank einer Ausstiegsklausel nur.

Vielseitig - und verdammt schnell

Meist spielt der heute 26-Jährige auf einer der offensiven Außenbahnen, notfalls jedoch auch hinter den Spitzen oder ganz vorne drin. Leckie murrt nicht, jammert nicht, zeigt keine Allüren, sondern liefert ab. Auch in der Nationalmannschaft. Aber was eigentlich? Leckie ist kein ausgewiesener Distanzschütze oder Goalgetter, kein herausragender Techniker, kein Spielmacher und kein absoluter Flankengott. Was macht ihn dann zu einem gestandenen Bundesligaspieler und zur Korsettstange Australiens?

Die Antwort: Leckie kann von allem ein bisschen. Hat, wenn man ihn lässt, einen ordentlichen Abschluss, bringt auch seine Anspiele ordentlich zum Mann und kann seine Gegenspieler in Dribblings ab und an mal alt aussehen lassen. Vor allem ist er aber zwei Dinge: Verdammt schnell und stets bis in die Haarspitzen motiviert.

Mit seinen unermüdlichen Läufen ist er ein Element, das jedes Offensivspiel belebt und er muss vor allem immer von einem schnellen oder einem langsameren Verteidiger mit Absicherung gedeckt werden. Das schafft Räume für die Mitspieler. "Er ist ein vielseitiger Spieler und zeichnet sich durch seine Schnelligkeit aus, mit der er über die Außenbahnen kommt. Damit kann er unser Offensivspiel voranbringen", meint auch sein zukünftiger Trainer in Berlin Pal Dardai.

Gute Erinnerungen an DFB-Elf

Mathew Leckie (l.) gegen Ilkay Gündogan

Unangenehm: Mathew Leckie gegen die DFB-Elf

Postecoglou sieht das ähnlich und setzt voll auf seinen "Mr. Zuverlässig", der 2011 den Sprung von Adelaide United nach Deutschland zu Borussia Mönchengladbach wagte und sich über Frankfurt und Ingolstadt nun in die Hauptstadt vorgearbeitet hat. In der jüngeren Vergangenheit zahlte er das große Vertrauen seines Nationaltrainers mit zwei wichtigen Toren zurück. Im März traf er in der WM-Qualifikation beim 1:1 gegen den Irak und beim 2:0 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate.

Postecoglous Bilanz als Trainer gegen Deutschland ist ebenfalls sehr ordentlich. Beim bislang einzigen Aufeinandertreffen führte seine Mannschaft sogar und kam am Ende zu einem 2:2 gegen den Weltmeister. Mit einer Wiederholung dieses Resultats beim Confed Cup wäre man wohl absolut zufrieden. Damals übrigens 90 Minuten auf dem Platz und auch auf der ungewohnteren Position als Mittelstürmer stets unangenehm wie ein Stein im Schuh der DFB-Verteidiger: Mathew Leckie.

Stand: 19.06.2017, 08:30

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