Einzelkritik: Löcher in der Abwehr, Hoffnung in der Offensive

Einzelkritik: Löcher in der Abwehr, Hoffnung in der Offensive

Die deutsche Nationalmannschaft siegt gegen Australien trotz Überlegenheit nur 3:2. Einige Offensivspieler können sich für weitere Aufgaben empfehlen - die Einzelkritik.

Bernd Leno

Bernd Leno (Tor): Bernd Leno will sich beim Confed Cup als deutsche Nummer drei für die WM empfehlen. Da ist es natürlich blöd, wenn man zunächst keine Gelegenheit bekommt, sich auszuzeichnen und dann mit dem ersten Schuss auf das Tor gleich den Ausgleich kassiert. Der Ball rutschte ihm dabei auch noch unter dem Körper durch. Den muss man nicht unbedingt halten, es sah aber unglücklich aus. Vor dem 2:3 für Australien ließ er einen Schuss nach vorne abprallen und es wurde für ihn endgültig ein Abend zum Vergessen, auch wenn er in der zweiten Halbzeit mit einigen guten Aktionen den Ausgleich verhinderte.

Bernd Leno (Tor): Bernd Leno will sich beim Confed Cup als deutsche Nummer drei für die WM empfehlen. Da ist es natürlich blöd, wenn man zunächst keine Gelegenheit bekommt, sich auszuzeichnen und dann mit dem ersten Schuss auf das Tor gleich den Ausgleich kassiert. Der Ball rutschte ihm dabei auch noch unter dem Körper durch. Den muss man nicht unbedingt halten, es sah aber unglücklich aus. Vor dem 2:3 für Australien ließ er einen Schuss nach vorne abprallen und es wurde für ihn endgültig ein Abend zum Vergessen, auch wenn er in der zweiten Halbzeit mit einigen guten Aktionen den Ausgleich verhinderte.

Joshua Kimmich (Abwehr): Wurde auf der rechten Seite in der Defensive kaum gefordert. Irgendwann Mitte der ersten Halbzeit wurde es ihm dann zu bunt und er versuchte es mit einigen Steilpässen auf Julian Brandt. Schaltete sich dann zunehmend ins Offensivspiel ein und bereitete mit einem Zuckerpass auf Goretzka aus dem Halbfeld das 3:1 vor. Kimmich spielte wieder so, wie man ihn aus dem Jahr 2016 kennt. Er nähert sich seiner Topform an.

Shkodran Mustafi (Abwehr): Hatte erst einmal gar nichts zu tun, spielte ruhig und mit viel Übersicht. Wurde dann aber nach 35 Minuten kalt erwischt: Bei einem Freistoß für die Socceroos entwischte ihm Stürmer Trent Sainsbury, der dann aber links am Tor vorbeiköpfte. Ab diesem Moment war der Wurm drin. Die Defensive ließ den zuvor harmlosen australischen Stürmern immer wieder viel zu viel Platz und offenbarte große Abstimmungsprobleme. Mustafi hatte als Abwehrchef Probleme, den eigenen Defensivverbund zusammenzuhalten.

Antonio Rüdiger (Abwehr): Auch Rüdiger merkte man die starke Saison beim AS Rom zunächst an. Zweikampfstark und mit gutem Stellungsspiel machte er in der ersten halben Stunde des Spiels Werbung für sich. Auch seine Leistung, wie die der gesamten Defensive, fiel dann ab. Wie für seine Abwehrkollegen kommt die erste richtige Prüfung allerdings erst im kommenden Spiel gegen die quirligen Chilenen um Topstürmer Alexis Sanchez.

Jonas Hector (Abwehr): Auch Hector wurde als linker Außenverteidiger kaum gefordert und wollte sich immer wieder ins Offensivspiel einschalten. Das gelang ihm einige Male ganz gut. Da Draxler aber immer wieder den Weg in die Mitte suchte, fehlte ihm der offensive Partner auf der Außenbahn. Hector lieferte letztlich eine gewohnt solide Leistung ab.

Leon Goretzka (Mittelfeld): Der Schalker rief phasenweise mal wieder sein großes Potenzial ab: Ausgestattet mit einem außergewöhnlichen Gefühl für den Raum, spielte Goretzka einige starke Pässe in die Spitze, ging immer wieder selbst ins Zentrum und holte den Elfmeter heraus, der zum 2:1 führte. Traf dann kurz nach der Pause auch noch selbst. Zusammen mit Brandt und Kimmich einer der auffälligsten Spieler dieser Partie.

Sebastian Rudy (Mittelfeld): Der Neu-Bayer spielte eine unauffällige Partie. Als zentraler Spieler vor der Abwehr sollte er die Angriffe des Gegners unterbinden, was ihm zunächst gut gelang. Als die zunächst harmlosen Australier besser ins Spiel kamen, hatte er Mühe, das Zentrum zu schließen. Auch in Sachen Spielaufbau kann es Rudy eigentlich besser, als er es an diesem Tag zeigte.

Julian Draxler (Mittelfeld): Draxler machte sein 31. Länderspiel und ist damit der erfahrenste Spieler im deutschen Team. Gegen Australien durfte er als Kapitän ran und es war ihm anzumerken, dass er Verantwortung übernehmen will. So schnappte er sich den Ball vor dem zweiten deutschen Treffer und traf souverän. Wurde nach dem Spiel zum "Man of The Match" gekürt.

Julian Brandt (Mittelfeld/ bis 63.): Nach einer schwachen Saison bei Bayer Leverkusen hatte man fast schon vergessen, was den 21-jährigen Brandt eigentlich ausmacht. Doch vor dem 1:0 zeigte er seine Stärke: Dank sauberer Technik und seiner Schnelligkeit ging er bis zur Grundlinie durch und legte dann mit viel Übersicht auf Lars Stindl ab, der dann vollstreckte. War auch danach einer der Aktivposten und ist einer der Gewinner dieses Spiels.

Lars Stindl (Angriff/ bis 77.): Bekam in der fünften Minute den Ball mustergültig von Brandt serviert und erzielte mit dem 1:0 sein erstes Länderspieltor. Tauchte dann weitgehend ab. Fiel auch im Vergleich zu seinen Kollegen in der Offensive ab. Er konnte, anders als Brandt, keine Werbung für sich machen.

Sandro Wagner (Angriff/ bis 59.): Der Hoffenheimer hat sich fest vorgenommen, seinen Platz im der Nationalelf zu behaupten, das merkte man ihm an. Lief anfangs viel nach hinten, um sich Bälle zu holen. Zuweilen wirkte Wagner jedoch übermotiviert, was er mit einer albernen Schwalbe nach nur zwei Minuten bewies. Vergab dann Mitte der ersten Hälfte das 2:0. Mit zunehmender Spieldauer tauchte er ab. Ein eher unglücklicher Auftritt.

Timo Werner (Angriff/ ab 59.): Werner lief wie gewohnt die Gegner früh an und bot sich bei eigenem Ballbesitz immer wieder für Steilpässe aus dem Mittelfeld an. Hatte nach 75 Minuten eine starke Szene, als er nach schöner Einzelleistung nur den Pfosten traf. Der Leipziger spielt sich derzeit in der Nationalelf fest.

Niklas Süle (Abwehr/ ab 63.): Löw brachte Süle nach einer guten Stunde, um das Zentrum zu stärken. Der Plan ging auf, die Australier kamen anschließend nur noch einmal gefährlich vors deutsche Tor, auch ein Verdienst von Süle.

Emre Can (Mittelfeld/ ab 77.): Can durfte am Ende noch einige Minuten ran und fiel weder positiv noch negativ auf. Half mit, den knappen Sieg über die Zeit zu retten.

Stand: 19.06.2017, 19:05 Uhr

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