Kuba trauert - Box-Legende Stevenson gestorben
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Dreifacher Olympiasieger im Schwergewicht
Kuba trauert - Box-Legende Stevenson gestorben
Trauer in den Straßen von Havanna, Schock für die internationale Boxszene: Teofilo Stevenson ist tot.
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Der große Held der stolzen Box-Nation Kuba, als erster Schwergewichtler dreimal in Folge Olympiasieger, erlag am Montag (11.06.2012) im Alter von 60 Jahren den Folgen eines Herzinfarkts. Stevenson war bereits Ende Januar wegen einer Herzerkrankung behandelt worden.
Schon zu Lebzeiten war Stevenson eine Legende. "Der beste Schwergewichtsboxer heißt Teofilo Stevenson. Keiner der heutigen Champs hätte gegen ihn eine Chance", behauptete Ex-Weltmeister Goerge Foreman einst zu Stevensons Blütezeit. Muhammad Ali und Joe Frazier wollten den besonderen Zauber von Stevenson zerstören und ihn mit Millionen-Gagen ins Profilager locken, doch Stevenson blieb stur. Der Amateurboxer folgte als treuer Soldat dem Diktat seines Staatspräsidenten Fidel Castro und verzichtete auf Geld und Glamour.
Stevenson widerstand "süßen Verlockungen" des Kapitalismus
"Was ist eine Million Dollar gegen acht Millionen Kubaner, die mich lieben", sagte Stevenson und sprach damit seinem Staatschef aus der Seele. Im kubanischen Sozialismus hatten alle Menschen gleich zu sein, Sportler durften da keine Ausnahme bilden. Statt den süßen Verlockungen des kapitalistischen Auslands zu folgen, mussten Kubas Kämpfer bei Olympia für ihr Land werben.
Stevenson nahm sich die nationale Aufgabe sehr zu Herzen. Gleich bei seinem ersten Olympia-Auftritt 1972 in München ging sein Stern auf. Der Junge aus einfachen Verhältnissen fegte den ersten Gegner nach 30 Sekunden aus dem Ring. Im Halbfinale knockte er den deutschen Meister Peter Hussing aus. Als sein Gegner im Finale nicht antrat, war Teofilo Francisco Stevenson Lawrence Olympiasieger - mit 20 Jahren.
"Er konnte keiner Fliege etwas zuleide tun"
"Ich bin total geschockt. Er war so ein feiner Mensch und konnte eigentlich keiner Fliege etwas zuleide tun. Er hat einfach nur geboxt, das war sein Ziel", sagte Hussing. "So schwer wurde ich noch nie erwischt", hatte der "Bär von Brachbach" nach seiner Niederlage in München zugegeben.
1976 in Montreal und 1980 in Moskau holte Stevenson ebenfalls Gold - ohne große Gegenwehr. Der kubanische Dominator wurde nach dem Ungarn Laszlo Papp der erste Boxer der Historie, der bei drei aufeinanderfolgenden Olympischen Spielen Gold gewann. Wahrscheinlich hätte er 1984 zum vierten Mal triumphiert, doch wieder machte ihm sein Staatschef einen Strich durch die Rechnung. Kuba boykottierte die Spiele in Los Angeles.
Enorm schnell boxender Stilist
Auch bei Weltmeisterschaften zeigte Stevenson sein Talent und sicherte sich dreimal (1974, 1978 und 1984) den Titel. Bei seinem ersten Triumph 1974 zu Hause in Havanna räumte er im Viertelfinale erneut die deutsche Hoffnung Hussing aus dem Weg. Der hoch aufgeschossene und stets aufrecht boxende Stevenson galt als Stilist, der wie Ali für seine Gewichtsklasse enorm schnell boxen konnte.
Entdeckt wurde der am 19. März 1952 in Puerto Padre geborene Stevenson einst von einem Deutschen: Weltenbummler Kurt Rosentritt leistete für die DDR auf der Karibik-Insel von 1964 bis 1968 Entwicklungshilfe. Rosentritt gab seine Entdeckung in die Obhut des kubanischen Meistertrainers Alcides Sagarra, der Stevenson zum Spitzenmann formte.
Nationalheld in Kuba
In Kuba war Stevenson bis zuletzt ein Nationalheld. 1976 wurde er in die Nationalversammlung gewählt, es folgten Ämter als Direktor der kubanischen Sportorganisation und Vizepräsident des nationalen Boxverbandes. Auch zählte er zum engen Kreis um Fidel Castro.
sid | Stand: 12.06.2012, 13:31
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