Brähmer schubst Gutknecht vom Thron
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Deutsches Duell um die EM-Krone
Brähmer schubst Gutknecht vom Thron
Von Sanny Stephan
Er ist endgültig zurück: Ex-Weltmeister Jürgen Brähmer aus Schwerin hat das stallinterne Duell um die Europameisterschaft im Halbschwergewicht gewonnen. Brähmer entthronte dabei den Champion Eduard Gutknecht einstimmig nach Punkten. Die Punktrichter Manuel Oliver Palomo (Spanien) mit 114:113, Mikael Hook (Schweden) mit 117:110 und Leszek Jankowiak (Polen) mit 116:111 sahen Brähmer in einem hitzigen und engen Gefecht überraschend deutlich vorn.
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"Deutlicher kann man es nicht machen. Aber ich werde jetzt nicht gegen die Punktrichter wettern, sondern mich über Nacht beruhigen und sehen, dass ich noch 71 werde", sagte Wegner nach dem verlorenen Duell. Gutknecht nahm die Niederlage entspannter und gab zu: "Er war etwas frecher. Das Kampfurteil hatte ich etwas enger gesehen. Ich hätte ihn k.o. schlagen sollen. Das war drin, doch für den entscheidenden Schlag fehlte mir die Konzentration." Obwohl Gutknecht mit einem Studium zum Gesundheits-Management schon für die Zeit nach dem Boxen vorgesorgt hat, will er nicht in Rente gehen. "Ich hole mir den Gürtel zurück", kündigte er an.
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Fotostrecke vom EM-Fight Brähmer vs. Gutknecht
Jürgen Brähmer hat Eduard Gutknecht den EM-Titel im Halbschwergewicht weg genommen. Nach einer intensiven Auseinandersetzung siegte der Mecklenburger einstimmig nach Punkten. Hier gibt es den Kampf in Bildern!
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Brähmers Plan geht auf
Ganz andere Ziele verfolgt jetzt Jürgen Brähmer. Der 34-Jährige, der schon von 2009 bis 2011 als WBO-Weltmeister geführt wurde, bekommt eine neue Titelchance. Er wird noch in diesem Jahr um die WM boxen. Der Gegner wird noch zwischen dem derzeitigen Titelträger Nathan Cleverly (England) und dem Münchner Robin Krasniqi vom Magdeburger SES Boxstall ermittelt. Beide boxen am 16. März in London um den WBO-Gürtel. "Ich bin überglücklich, dass das mit so einem 'Happy End' geklappt hat. Es war ein großes Risiko. Aber ich wollte den schnellsten Weg nach oben gehen. Es hat funktioniert", freute sich der neue EM-Champion, der erst seit einem halben Jahr bei Sauerland unter Vertrag steht.
Intensive Ringschlacht
Die Zuschauer bekamen einen unterhaltsamen und intensiven Kampf serviert. Beide legten einen stürmischen Beginn hin, suchten sofort den Nahkampf – und nach 85 Sekunden ging Brähmer zu Boden. Allerdings hatte ihn Gutknecht ohne Absicht umgestoßen. Während Rechtsausleger Brähmer danach auf seine schnellen Hände setzte, versuchte Gutknecht aus der langen Distanz zu boxen. Brähmer hatte dabei leichte Vorteile, kam immer mal wieder mit seiner linken Schlaghand durch. Das schmeckte Gutknecht-Trainer Wegner überhaupt nicht: "Du musst platzierter hauen. Hier geht es um deine Existenz", schimpfte der 70-Jährige nach der dritten Runde.
In der vierten Runde war Brähmer der aktivere Mann, fing sich aber durch einen Schlag von Gutknecht einen Cut über dem rechten Auge ein. Blut lief ins Auge, Schweiß floss und Brähmer fiel. Zwei Mal rutschte er aus, allerdings wieder ohne Schlagwirkung. Dabei "keilten" sich beide jetzt wirklich wild, kämpften mit offenem Visier und trafen. "Der ist am Ende, mach es zu", rief Wegner seinem Schützling zu. Gutknecht ging in der sechsten Runde nach vorn und traf mit schönen Kombinationen. Allerdings fehlte seinen Schlägen der Dampf. Wirkung hinterließen sie nicht. Aber sie hatten Kraft gekostet. Viel Kraft. Während Gutknecht in der siebten Runde nur noch durch den Ring schlich, war Brähmer jetzt wieder mopsfidel und bearbeitete Gutknecht mit seiner linken Schlaghand. Doch einbrechen wollte in diesem intensiven Stallduell keiner und so raufte sich Gutknecht in der achten Runde auf und zeigte einige Kombinationen, Brähmer reagierte mit Kontern. In der neunten Runde wurde Gutknecht mit einem Punktabzug bestraft, weil er Brähmer nach unten drückte, allerdings duckte sich der Herausforderer auch immer weg.
Wegner redet von "Beschiss"
"Eddy, jetzt musst du klare Treffer setzen. Du musst kämpfen, damit sie wissen, dass hier beschissen wird", knurrte Wegner in der Pause. Fühlte er sich etwa schon da betrogen? Er schien, als wüsste er bereits, dass Brähmer deutlich führt. Das ist nicht unüblich im Profi-Boxen und so schickte Wegner seinen Schützling mit den Worten: "Mach eine große letzte Runde, damit die sich alle schämen da unten", in den Ring. Gutknecht versuchte alles, doch es fehlten ihm die Körner. Brähmer jubelte nach dem Kampf, ließ sich feiern. Nur an Wegners Miene konnten die Zuschauer schon erahnen, wie das Urteil lauten würde. Die Bestätigung kam – nachdem die Punktrichter mit dem Rechnen fertig waren. Und Sieger-Trainer Röwer fasste zusammen, warum sein Schützling verdient gewonnen hatte: "Jürgen hatte die klarere Linie und die schnelleren Hände." Sauerland hat so oder so weiter einen Europameister. Das wiederum ist das Gute an eigentlich ungeliebten Stallduellen.
Stand: 03.02.2013, 00:21