Dahlmeier holt WM-Gold in der Verfolgung

Laura Dahlmeier

Biathlon-WM

Dahlmeier holt WM-Gold in der Verfolgung

Was für ein Verfolgungsrennen von Laura Dahlmeier. Nach Sprint-Bronze trifft die Partenkirchenerin alle 20 Scheiben - und holt sich die Gold-Medaille bei der WM in Oslo.

Als der 20. und letzte Schuss auch noch ins Schwarze traf, gönnte sich Laura Dahlmeier schonmal ein kurzes Lächeln. In diesem Moment wusste die Zollbeamtin vom SC Partenkirchen: Das ist Gold!

"Perfektes Rennen"

Am Ende fuhr die 22-Jährige, die schon im Sprint Bronze geholt hatte, mit einem satten Vorsprung von 48,3 Sekunden vor der Italienerin Dorothea Wierer und der Französin Marie Dorin Habert ins Ziel. Dahinter komplettierten Franziska Hildebrand als Vierte und Franziska Preuß als Sechste den grandiosen Tag der deutschen Biathletinnen. "Das war ein perfektes Rennen, ich habe mich in der Loipe wieder richtig gut gefühlt", jubelte Dahlmeier kurz nach der Zieldurchfahrt am Sportschau-Mikro. "Es war mein Traum, mal einen Einzeltitel zu gewinnen. Dass ich das heute hier geschafft habe, macht mich absolut sprachlos."

Dorothea Wierer, Laura Dahlmeier, Marie Dorin Habert (v.l.n.r.)

Blitzstart von Eckhoff

Sprint-Siegerin Tiril Eckhoff hatte das Rennen, offenbar beflügelt von der begeistert anfeuernden Heimkulisse, furios begonnen. Nach 600 Metern war ihr Vorsprung auf Dorin Habert und Dahlmeier bereits auf 20 und 25 Sekunden angewachsen. Doch das rächte sich beim ersten Liegendschießen, als Eckhoffs Puls offenbar noch einen Tick zu schnell pochte: Gleich der erste Schuss ging daneben, die Norwegerin musste in die Strafrunde und lag plötzlich knapp hinter den fehlerfreien Dorin Habert und Dahlmeier.

Dahlmeier liegend fehlerfrei

Beim zweiten Liegendschießen dann das gleiche Bild. Dorin Habert war als Erste am Schießstand und blieb erneut ohne Fehl und Tadel. Dahlmeier ließ sich einen Tick mehr Zeit - doch diese Taktik ging auf: Auch die Deutsche traf erneut alle Scheiben. Eckhoff hingegen kassierte die nächste Strafrunde und verabschiedete sich mit gut einer halben Minute Rückstand aus der Führungsriege.

Während Dahlmeier vorn Jagd auf Dorin Habert machte, lief es auch für die beiden anderen Deutschen gut: Franziska Preuß als Achte und Franziska Hildebrand mit einem Schießfehler als Zehnte lagen nach der Hälfte des Rennens aussichtsreich in den Top Ten.

Vorentscheidung beim dritten Schießen

Beim ersten Stehendschießen fiel dann die Vorentscheidung. Dorin Habert ging mit ein paar Sekunden Vorsprung zu Werke, hielt dem nervlichen Druck aber nicht stand: Zwei Fehler bedeuteten zwei Strafrunden - und gleich neben ihr traf Dahlmeier erneut alle fünf Scheiben.

Mit satten 40 Sekunden auf die Italienerin Dorothea Wierer ging Dahlmeier auf das letzte Rennviertel - und baute den Vorsprung mit einer wie beim Sprint am Vortag grandiosen Laufleistung sofort aus. Als sie dann auch noch das zweite Stehendschießen fehlerfrei absolvierte, war das Rennen entschieden - und am Ende hatte Dahlmeier sogar noch die Zeit, die deutsche Flagge mit über die Ziellinie zu nehmen.

Dorin Habert fängt Hildebrand noch ab

Beinahe hätten es sogar zwei Deutsche auf das Podium geschafft. Franziska Hildebrand war nach nur einem Schießfehler auf der Schlussrunde zwischenzeitlich auf den dritten Rang vorgefahren, konnte aber am Ende der starken Laufleistung von Dorin Habert nichts entgegensetzen. Der Freude im deutschen Lager konnte das aber keinen Abbruch tun. Hildebrands Kommentar: "Klar hätte ich mich sehr über Bronze gefreut, aber die Marie Dorin hat einfach eine klasse Schlussrunde hingelegt. Ich habe versucht, noch dagegenzuhalten, aber an der letzten Kuppe hat sie die entscheidenden zwei, drei Meterrausgeholt."

horni | Stand: 06.03.2016, 17:23

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