Erste Silbermedaille in der Mixed-Staffel

Simon Schempp, Arnd Peiffer, Franzi Preuß, Franzi Hildebrand

Biathlon-WM

Erste Silbermedaille in der Mixed-Staffel

Die deutschen Biathleten haben beim ersten Wettbewerb der Weltmeisterschaft gleich die erste Medaille geholt. Franziska Preuß, Franziska Hildebrand, Arnd Peiffer und Schlussläufer Simon Schempp holten in der Mixed-Staffel Silber hinter Frankreich und vor Norwegen.

Grundlage für die Silbermedaille war die hervorragende Teamarbeit: Zu Beginn eine tolle Aufholjagd von Franziska Preuß, die beim ersten Schießen noch gezittert hatte. Franziska Hildebrand brachte die deutsche Staffel durch eine gute Laufleistung und Nervenstärke beim zweiten Schießen auf Podiumskurs.

Martin Fourcade als Erster im Ziel - Simon Schempp folgt

Martin Fourcade als Erster im Ziel - Simon Schempp folgt

Arnd Peiffer blieb fast fehlerfrei und hielt mit einem schnellen Ski alles offen. Und Simon Schempp ließ sich auch von Martin Fourcade nicht aus der Ruhe bringen und brachte den zweiten Platz ins Ziel. Weltmeister in der Mixed-Staffel wurden die Franzosen, Rang drei erreichte Norwegen. "Dieser Auftakt macht uns sehr glücklich. Wir haben hier sicher nicht Gold verschenkt", sagte Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig.

Die Siegerehrung der Mixed-Staffeln

Die Siegerehrung der Mixed-Staffeln

Und obwohl Martin Fourcade auf der Zielgeraden noch zu einem kleinen Sprung ansetzte und jubelte, brauchte auch er lange, bis er wieder aufstehen konnte. "Simon hat ihn an seine Grenzen geführt. Martin hat sich sicher nicht leicht getan", sagte Peiffer über Schempps starken Auftritt. Am Ende hatten den deutschen Skijägern nämlich nur winzige 4,6 Sekunden zum Titel-Coup gefehlt.

Preuß zittert beim ersten Schießen

Franziska Preuß in der Mixed Staffel

Franziska Preuß

Die Bedingungen am Holmenkollen waren gut. Der Nebel hatte sich aufgelöst, und es herrschte beste Sicht. Beste Voraussetzungen also für Preuß, die Startläuferin des deutschen Quartetts. Sie ging das Rennen verhalten an und kam im Mittelfeld mit rund sieben Sekunden Rückstand zur ersten Schießeinlage. Zweimal musste sie dabei nachladen, ersparte sich aber die Strafrunde. Doch auf dem Weg zum zweiten Schießen konnte sich die Wasserburgerin von Platz 17 auf Rang zehn vorarbeiten. Durch eine fehlerfreie Schießeinlage katapultierte sich Preuß auf Platz sechs. „Ich habe mir anfangs schwer getan, habe dann aber die Nervosität ablegen können“, sagte die 21-Jährige nach ihrem Lauf.

Hildebrand mit toller Laufleistung und Nervenstärke

Biathlon-WM in Oslo/Sprint: Franziska Hildebrand

Franziska Hildebrand legt an ...

Preuß übergab als Vierte auf Hildebrand, 16 Sekunden hinter der führenden Staffel aus den USA, den Norwegern und der Ukraine – die Hildebrand durch einen schnellen Antritt bereits auf der ersten Runde überholte. Beim ersten Schießen musste sie aber wie ihre Teamkollegin zweimal nachladen und fiel auf Platz fünf zurück – aber mit sehr geringem Zeitrückstand, weil auch die Konkurrentinnen nicht fehlerfrei durchkamen.

Franziska Hildebrand in der Mixed Staffel

... und sie trifft.

Erneut konnte die deutsche Staffelläuferin aber mithalten, die ersten vier kamen mit weniger als einer Sekunde zum zweiten Schießen. Das überstand dein 28-Jährige mit viel Routine fehlerfrei und übernahm die Führungsposition. Zwischendurch war zwar die Französin Marie Dorin-Habert nach vorne gelaufen, aber als sie an einer Abfahrt kurz vor einem Tunnel stürzte, war die Biathletin aus Halle wieder Erste. „Wir wollten angreifen und das ist uns gut gelungen“, sagte sie danach.

Peiffer mit schnellem Ski

Ard Peiffer in der Mixed Staffel

Ard Peiffer

Norwegen war beim Wechsel auf Peiffer einen Wimpernschlag vorne. Und auch die Franzosen sowie die Ukrainer musste der Mann aus Wolfenbüttel erst einmal vorbeiziehen lassen. Dafür absolvierte er aber das erste Schießen schnell und fehlerfrei und brachte die deutsche Staffel damit auf Rang zwei. Der 28-Jährige spürte den Atem seines norwegischen Konkurrenten im Nacken, der hatte mächtig aufgeholt. Trotz einem Nachlader hielt Peiffer aber seine Position. Bis zum Wechsel musste er aber dem hohen Tempo etwas Tribut zollen und fiel auf Rang vier zurück. „Das war wieder ganz ordentlich, ich habe mich gut gefühlt“, lautete sein Fazit.

Schempp bringt die Medaille nach Hause

Das letzte Schießen: Simon Schempp und Martin Fourcade

Das letzte Schießen: Simon Schempp und Martin Fourcade

Schempp musste einmal nachladen. Aber hinter der Ukraine und Frankreich mit Martin Fourcade lag der deutsche Biathlet trotzdem auf Rang drei. Auf der Laufstrecke konnte der 27-Jährige sich aber einen Platz vorpirschen und er versuchte sogar, auf Fourcade aufzuschließen. Die beiden schossen fast synchron und mussten jeweils einmal nachladen.

Simon Schempp in der Mixed Staffel

Simon Schempp

Der Biathlet aus Mutlangen hatte eine große Lücke auf die inzwischen drittplatzierten Norweger herauslaufen können. Schempp konnte sogar zu seinem Dauerrivalen Fourcade aufschließen, doch vorbei kam er nicht mehr. "Ich habe versucht, alles rauszuholen, aber ich war am Ende ehrlich gesagt einfach zu kaputt", sagte er. Als Schempp nach seinem unglaublichen Schluss-Spurt wieder zu Kräften gekommen war, ärgerte er sich aber keine Sekunde über den verpassten WM-Triumph. "Wir sind absolut glücklich mit Silber", sagte der bärenstarke Schlussläufer.

rmü | Stand: 03.03.2016, 17:39

Darstellung: