Der junge Bö-Bruder fängt Fourcade ab

Johannes Thingnes Bö jubelt vor Martin Fourcade

Biathlon-Massenstart der Herren

Der junge Bö-Bruder fängt Fourcade ab

Was für ein Abschluss der Biathlon-WM in Oslo: Mit einer grandiosen Energieleistung sicherte sich Johannes Thingnes Bö den Titel im Massenstart über 15 Kilometer knapp vor dem französischen Favoriten Martin Fourcade. Die Deutschen blieben am Sonntag (13.03.16) erneut ohne Individual-Medaille.

Dieses Mal hat es ausnahmsweise nicht zu Gold gereicht für Fourcade. Nach der letzten der vier Schießeinlagen hatte der Überflieger der vergangenen Jahre und auch dieser WM schon wieder wie der sichere Sieger ausgesehen. Doch Johannes Thingnes Bö, der jüngere Bruder von Tarjei Bö, kam auf der letzten Runde mit schnellen Schritten angeflogen und schloss zum Franzosen auf. Danach wechselten sich die beiden in einem packenden Finish in der Führungsarbeit ab.

Der entscheidende Coup gelang dem jungen Norweger in der letzten Kurve. Geschickt schob er sich an Fourcade vorbei und machte die Gasse zu. Auf der Schlussgeraden hatte der Franzose Bö nichts mehr entgegenzusetzen. Der Norweger - getragen vom Jubel tausender Fans am Holmenkollen - verhinderte damit, dass Fourcade als erster Biathlet überhaupt alle vier Individualrennen gewinnen konnte.

44. WM-Medaille für Björndalen

Ole Einar Björndalen (links) und Johannes Thingnes Bö

Zwei Generationen jubeln über Gold und Bronze: Ole Einar Björndalen (42, links) und Johannes Thingnes Bö (22).

Dritter wurde Oldie Ole Einar Björndalen. Der 42-Jährige, am Vortag bereits Sieger mit der Herrenstaffel, gewann damit seine insgesamt 44. WM-Medaille.

Der Norweger blieb neben dem Ukrainer Sergej Semenow als einziger im gesamten Feld ohne Fehler bei den vier Schießeinlagen.

Peiffer als Fünfter bester Deutscher - keine Einzelmedaille

Wie Bö und Fourcade schoss auch Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) einmal daneben, und das gleich beim ersten Schießen. Mit einem Rückstand von fast 20 Sekunden wurde der Ex-Weltmeister am Ende Fünfter. "Ich denke, ich habe noch was daraus gemacht. Mit Platz fünf bin ich zufrieden", sagte Peiffer im ZDF.

Erik Lesser (Frankenhain) lag bis zum letzten Schießen auf Medaillenkurs, leistete sich dann aber zwei Fehler. Dadurch fiel er auf den 14. Platz zurück. Benedikt Doll (Breitnau) wurde 18., Simon Schempp (Uhingen) landete einen Rang dahinter. Auch dieses Duo schoss ganz am Ende jeweils zwei Mal daneben und handelte sich Strafrunden ein.

Damit holten die deutschen Herren bei der WM in Oslo keine einzige Medaille in Individualrennen, immerhin gewannen sie Silber in der Staffel. "Ich bin nicht hundertprozentig zufrieden", bilanzierte denn auch Bundestrainer Mark Kirchner. 

eei | Stand: 13.03.2016, 18:25

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