Bilanz - "Bleiben eine sichere Bank"

Karin Orgeldinger, DSV Sportdirektorin nordisch

Biathlon-WM in Oslo

Bilanz - "Bleiben eine sichere Bank"

Von Margot Lamparter, Oslo

Die erste WM-Bilanz ist bereits gezogen. DSV-Sportdirektorin Karin Orgeldinger sieht die selbst gesetzten Ziele mehr als erreicht. Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig findet es einfach "gigantisch". Die Bilanz von Herrentrainer Mark Kirchner ist "grundsätzlich positiv".

Am Holmenkollen konnten die Skijäger in sieben Wettbewerben Medaillen (1x Gold, 3x Silber, 3x Bronze) gewinnen, das sind immerhin zwei mehr als im Vorjahr in Kontiolahti.

"Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis, wir haben die Ziele, die wir selber definiert haben eigentlich heute schon erreicht", sagte DSV Sportdirektorin Karin Orgeldinger am Sonntag (13.3.16) kurz vor den Massenstartrennen. Auch bei den Männern, die ohne Einzelmedaille sind, sieht sie keinen Grund zur Kritik: "Sie haben tolle Leistungen gezeigt und sind mit fünf Mann in den Top 15 vertreten." Und in der Staffel, haben sie ein "richtig cooles Ding gemacht".

Hönig überglücklich mit Erreichtem

Biathlon Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig

Gerald Hönig

Silber in der Mixed-Staffel, Bronze in der Staffel. Dazu die Edelmetallsammlung von Laura Dahlmeier, die außer der Staffelmedaille auch Gold in der Verfolgung, Silber im Massenstart und Bronze im Einzel und Sprint feiern konnte. Einfach nur "gigantisch", findet Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig das Ergebnis seiner Damen: "Es ist ,glaub ich, nach 2008 die erste WM, wo wir in jedem Rennen eine Medaille gemacht haben. Das hätte ich nie gedacht."

Der 57-Jährige wäre auch mit dem Erreichen seiner Zielstellung, eine Einzel-, eine Staffelmedaille und ein Anteil an der Mixed-Staffel, zufrieden gewesen. "Was wir jetzt erreicht haben ist weit drüber. Denn auch die Leistung der anderen Mädels war toll. Franziska Hildebrand und Franziska Preuß mit einem sehr guten Wettkampf und zur Staffel gehören auch vier. Ein rundherum positives Fazit." Allerdings weiß er auch, "das ist der Rucksack, den wir nächstes Jahr dann mitschleppen.“

Kirchners Bilanz "grundsätzlich positiv"

Mark Kirchner

Mark Kirchner

Edelmetall gab es auch für die DSV-Herren: Silber mit der Mixed-Staffel und in der Staffel, da fällt auch für Herren-Trainer Mark Kirchner das WM-Fazit "grundsätzlich positiv aus. Wir wollten in den Teambewerben auf dem Podium sein. Die Einzelmedaille, die ich als Ziel ausgegeben hatte, haben wir knapp verpasst". Für den 45-Jährigen so "ein bisschen das weinende Auge." Der Coach betont aber auch die Ergebnisse insgesamt: "Wir haben in keinem einzigen der Rennen enttäuscht. Wir haben immer Leute in den einstelligen Bereichen dabei gehabt."

Stolze Bilanz für den DSV

DOSB-Präsident Alfons Hörmann

DOSB-Präsident Alfons Hörmann

Zum erfolgreichen Abschneiden gratulierte auch der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Alfons Hörmann: "Aus Sicht von Sport-Deutschland kann man sagen: Die Biathleten bleiben eine sichere Bank." Besonders beeindruckt ihn die Performance von Verfolgungs-Weltmeisterin Laura Dahlmeier. "Es war im Grunde nicht ganz überraschend, das war nach den bisherigen Saisonergebnissen durchaus zu erwarten. Sie hat die Erwartungen erfüllt, das ist die Kunst", so der ehemalige Präsident des Deutschen Skiverbands gegenüber dem SID. Insgesamt sei es spätestens nach Bronze für die Frauen- und Silber für die Männerstaffel "eine Bilanz, auf die der DSV stolz schauen kann. Es war schön und wichtig, dass die Herren in der Staffel noch einen kraftvollen Akzent gesetzt haben."

Birnbacher wird Trainer-Team verstärken

Andreas Birnbacher beim WM-Einzel von Oslo (10.3.16)

Künftig im Trainerteam: Andreas Birnbacher

Orgeldinger sieht die Arbeit des Skiverbands bestätigt: "Wir haben ein sehr gutes Team, dass sich sehr gut abstimmt. Für uns ist es auch wichtig, mit einem stabilen Team in die nächsten Highlights zu gehen." Dafür soll sich im Betreuerstab um Herren-Coach Mark Kirchner und Damen-Trainer Gerald Hönig nur eine Personalie ändern: "Andreas Birnbacher wird als Trainer bei uns einsteigen." Der Schlechinger wird deshalb im Oktober mit der Trainerakademie beginnen.

Feilen am Gesamtkonzept

Die Skiarena in Oberhof

Die Biathlon-Arena von Oberhof

Zudem wird weiter am Gesamtkonzept gefeilt. Mit der im Sommer gegründeten Technologie GmbH sollen noch weitere Innovationen eingebracht werden. "Aktuell sind wir schon soweit, dass wir uns einen Wettbewerbsvorteil erarbeitet haben", sagt die Sportdirektorin für den nordischen Bereich. "Wir haben sehr gut harmonierende Teams aufgestellt. Auch in den anderen Bereichen im nordischen Sport." Zudem will man die Vorbereitung auf die Wettbewerbe noch optimieren. "Für 100.000 Euro wurde eine zweite Schleifmaschine angeschafft", damit sind die Stützpunkte in Bad Reichenhall und Oberhof sehr gut ausgerüstet.

Auch gute Nachwuchsarbeit zahlt sich aus

Im Nachwuchsbereich wurde mittlerweile an den meisten Stützpunkten die duale Ausbildung Biathlon/Langlauf etabliert. "Wir haben im EBU-Cup sehr gute Leistungen angeboten. Und in den Europameisterschaften mit acht Medaillen ist ja auch ein Ergebnis, was sich sehen lassen kann." Die aktuelle Mannschaft ist noch jung, doch die zweite Reihe macht sich bereit, um nachzurücken: "So funktioniert Leistungssport, wenn sich da junge Athleten anbieten, hat man auch eine gewisse Dynamik drin", sagt Orgeldinger.

mla/sid | Stand: 13.03.2016, 17:20

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