Dahlmeier verspätet - Schempp hofft auf Einsatz

Simon Schempp und Laura Dahlmeier

Biathlon-WM 2016

Dahlmeier verspätet - Schempp hofft auf Einsatz

So stark wie noch nie. So präsentierten sich die Biathleten Laura Dahlmeier und Simon Schempp in dieser Saison. Vor der WM in Oslo gelten beide als größte DSV-Hoffnungen. Das Mixed zum Auftakt gehen sie unterschiedlich an.

Aus ihren ehrgeizigen Zielen machen Simon Schempp und Laura Dahlmeier keinen Hehl. "Ich will meine erste Einzelmedaille mit nach Hause nehmen", sagt Schempp vor dem Start der Biathlon-WM in Oslo. Genau wie der 27-jährige Schwabe tritt auch Dahlmeier als Mitfavoritin am traditionsreichen Holmenkollen hoch über der norwegischen Hauptstadt an. "Eine Einzelmedaille - das wäre die Krönung meiner Saison", findet auch die 22-Jährige aus Partenkirchen.

"Reine Vorsichtsmaßnahme"

Laura Dahlmeier gewinnt Silber

Im Gegensatz zu Schempp hat Laura Dahlmeier schon eine WM-Einzelmedaille ergattert.

Dahlmeier hat sich den Traum von Edelmetall im Vorjahr als Vizeweltmeisterin in der Verfolgung bereits erfüllt, in den kommenden beiden Wochen will sie das erneut schaffen. "Ich weiß, dass ich als Medaillenkandidatin gehandelt werde, ich selber fühle mich nicht unbedingt als große Favoritin", sagt Dahlmeier. Wegen einer leichten Magenverstimmung reist die Bayerin mit zwei Tagen Verspätung erst am Mittwoch an. "Es hat mich schon ein wenig erwischt, aber es geht mir wieder besser. Es war ein leichter Mageninfekt, aber hochdramatisch ist es nicht. Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme», ließ die 22-Jährige am Dienstag über ihr Management mitteilen. «Ich wäre zwar gerne mit dem Team angereist, aber zu Hause kann ich mich einfach besser erholen."

Am Samstag im Sprint und einen Tag später in der Verfolgung soll sie starten. Für den WM-Auftakt am Donnerstag (15.30 Uhr/ARD) mit der Mixed-Staffel war Dahlmeier nach Angaben von DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach ohnehin nicht vorgesehen. Das deutsche Auftakt-Quartett wollen die Bundestrainer am Mittwoch bekannt geben.

2015: Kritik an der Mixed-Aufstellung

Im Vorjahr in Kontiolahti (Finnland) hatten Gerald Hönig und Mark Kirchner auf die Besten verzichtet. Beim WM-Sieg der Tschechen waren Luise Kummer, Franziska Preuß, Daniel Böhm und Benedikt Doll auf Rang sechs gelaufen. Nach der Pleite hatte es Kritik von allen Seiten an der Aufstellung gegeben.

Schempp setzt auf das Mixed

Am liebsten würde der Uhinger Schempp schon beim Mixed dabei sein. "Ein gutes Mixed-Ergebnis wäre ein schöner Einstieg in die WM", sagte Schempp, der 2010 in dieser Disziplin Weltmeister wurde. Auch mit der Männerstaffel reichte es in Kontiolahti im Vorjahr zum Titel - doch alleine hat es bislang noch nie zum Sprung auf das Podium gereicht. "Jetzt wird es Zeit", sagt Schempp.

Simon Schempp

Simon Schempp will in Norwegen seinen Aufstieg in die Weltklasse veredeln

Mit jeweils vier Weltcupsiegen haben Schempp und Dahlmeier ihre Klasse in diesem Winter schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Beide sind stark wie nie zuvor. Krankheiten zwangen das Duo zwar mehrfach zu Wettkampfpausen, doch vor dem Saisonhöhepunkt sind die Überflieger bereit. "Ich fliege nicht dahin, um nur dabei zu sein. Dafür waren die Ergebnisse der letzten Jahre einfach viel zu gut", sagte Schempp dem SID.

Die Sache mit der Gesundheit

Erkältungen warfen Dahlmeier im Saisonverlauf immer wieder zurück, sie verpasste den Saisonstart, und auch bei der WM-Generalprobe in Presque Isle (USA) pausierte sie. Schempp fehlte wegen einer Bronchitis. Nur deswegen haben beide keinerlei Chancen mehr auf den erstmaligen Sieg im Gesamtweltcup. Bei den Männern ist Schempp nach acht Podestplätzen in zwölf Rennen "nur" Fünfter, Dahlmeier belegt Platz acht, erreichte bei zwölf Starts starke sechsmal das Treppchen. Rekordweltmeisterin und ARD-Expertin Magdalena Neuner sagte: "Ich glaube, dass jeder eine Medaille machen wird. Wenn die beiden gesund sind."

Fünf WM-Medaillen in Kontiolahti

Im finnischen Kontiolahti gab es im März 2015 drei Goldmedaillen und zweimal Silber für die Skijäger. Die Titel für beide Staffeln kamen dabei ebenso unerwartet wie der Verfolgungssieg von Erik Lesser, zudem wurden Dahlmeier und Franziska Preuß (Massenstart) jeweils Zweite.

sid/dpa | Stand: 01.03.2016, 18:35

Darstellung: