Dahlmeier holt drittes Biathlon-Gold

Einzel der Damen

Dahlmeier holt drittes Biathlon-Gold

Laura Dahlmeier bleibt die überragende Biathletin dieser WM. Die 23-Jährige gewann am Mittwoch (15.02.17) auch den anspruchsvollen Einzelwettbewerb. Damit hat sie in Hochfilzen schon dreimal Gold und einmal Silber geholt.

Auch ein Fehler gleich bei der ersten Schießeinlage konnte Laura Dahlmeier (Partenkirchen) nicht aus der Ruhe bringen. Bei den weiteren drei schoss sie nicht mehr daneben. In der Loipe kann ihr sowieso kaum eine Konkurrenten das Wasser reichen, auch nicht Gabriela Koukalova. Die Tschechin leistete sich ebenfalls beim ersten Schießen einen Fehler, war aber im Ziel 24,7 Sekunden langsamer als Dahlmeier - Rang zwei. Die Bronzemedaille holte sich etwas überraschend die Italienerin Alexia Runggaldier.

Berger-Rekord eingestellt

"Ich kann es gar nicht glauben: schon wieder Gold. Es ist mir ganz gut gelungen, mit einer gewissen Lockerheit an den Start zu gehen", sagte Dahlmeier im Ersten. Mit dem Sieg im Einzel hat die Partenkirchnerin saisonübergreifend in neun WM-Rennen in Serie Edelmetall geholt und damit den Rekord der Norwegerin Tora Berger eingestellt. Dahlmeier ist nun die vierte deutsche Weltmeisterin im Biathlon-Klassiker nach Petra Behle (1989, 1991 und 1993), Andrea Henkel (2005) und Kati Wilhelm (2009).

Zwei weitere Deutsche in den Top Ten

Auch die weiteren deutschen Ergebnisse können sich sehen lassen. Maren Hammerschmidt (Winterberg) belegte mit insgesamt zwei Schießfehlern den siebten Platz. Direkt hinter ihr kam Vanessa Hinz (Schliersee) - ebenfalls mit zwei Fehlern - ins Ziel. Auch Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld) schoss zweimal vorbei und wurde 31.

Mitfavoritinnen patzen

Von den großen Favoritinnen konnte nur Koukalova annähernd mithalten mit Dahlmeier. Kaisa Mäkäräinen leistete sich gleich drei Fehler und landete am Ende auf Rang 15. Einen Platz hinter der Finnin reihte sich die Italienerin Dorothea Wierer ein, die ebenfalls dreimal danaben schoss. Noch schlimmer erwischte es Marie Dorin Habert. Die französische Titelverteidigerin wurde mit vier Fehlern nur 40.

Bilder vom dritten Goldlauf von Dahlmeier

Laura Dahlmeier zum dritten! Nach Mixed-Staffel und Verfolgung gewann sie am Mittwoch die dritte Goldmedaille. Im Einzel gab es wieder ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit ihrer ärgsten Kontrahentin. Die Bilder von Wettkampf.

Einzel der Damen, Biathlon-WM in Hochfilzen

Dritter Streich von Dahlmeier.

Dritter Streich von Dahlmeier.

Die Weltcupspitzenreiterin konnte in Hochfilzen schon zum dritten Mal auf das oberste Podest bei einer Siegerehrung.

Am Mitwoch jubelte sie nach dem Klassiker im Biathlon, dem Einzelrennen.

Dahlmeier begann das Rennen gleich mit einem Fehler - im Liegendanschlag blieb eine Scheibe stehen. "Ich dachte, dann muss ich halt schneller laufen", sagte sie im Nachhinein.

Und das tat sie. So schnell, dass sie nach dem Rennen einen Schwächeanfall erlitt. "Es war so warm wie in einem Sommer-Wettkampf", so ihre Erklärung.

Zudem blieb sie in den restlichen Schießen fehlerfrei. Hier beim letzten Stehendanschlag räumte sie auch alles ab.

Dauerrivalin Gabriela Koukalova ließ im Rennen ebenfalls eine Scheibe stehen und musste sich mit Platz zwei begnügen.

Möglicherweise hatte auch die um rund 20 Minuten zeitigere Startzeit einen Einfluss. "Meine Trainer haben das so entschieden. Was kann ich da machen", sagte Koukalova nach dem Rennen. Läuferinnen mit späterer Startzeit berichtetetn, dass die Loipe mit zunehmender Zeit wieder schneller und härter wurde.

Auf Platz drei lief überraschend die Italienerin Alexia Runggaldier (re.), ...

... die sich am Abend bei der Siegerehrung am meisten über ihr Edelmetall freute. Runggaldier feierte den größten Erfolg ihrer Karriere, erst in diesem Winter feierte die 25-Jährige den ersten Podestplatz ihrer Karriere.

So toll glänzt Runggaldier mit der Bronzemedaille.

Dahlmeier und Koukalova am Abend beim Medaillencheck: Dahlmeier feierte bisher drei Gold und eine Silberne, Koukalova einen kompletten Medaillensatz aus Gold, Silber und Bronze.

Dahlmeier war auch bei der Sektdusche die Schnellste.

Anders als nach der Verfolgung am Sonntag brachte Koukalova ihre Flasche diesmal aber auch problemlos zum Sprudeln.

Um ein Haar hätte auch die Finnin Mari Laukkanen auf dem Podest gestanden - es wäre das zweite Mal in ihrer Karriere gewesen. Anders als die fehlerfreie Runggaldier leistete sie sich aber einen Schießfehler und wurde um 11 Sekunden Vierte.

Im Rennen am Nachmittag gingen die Österreicher mit Hoffnung Lisa Theresa Hauser leer aus. Hauser, die in den bisherigen Einzeln der Saison Siebte und Zehnte wurde, war am Ende nur 61.

Beste Österreicherin war so Dunja Zdouc aus Klagenfurt, mit einem fehlerfreien Auftritt wurde sie Elfte.

Enntäuscht war die laufstarke Finnin Kaisa Mäkäräinen, die mit vier Strafminuten 15. wurde, ...

... und Titelverteidigerin Marie Dorin Habert, die mit vier Fehlern sogar nur auf Rang 40 kam.

Das DSV-Team zeigte eine gute Mannschaftsleistung. Neben Dahlmeier schafften es zwei weitere Läuferinnen in die Top 10. Maren Hammerschmidt wurde trotz zweier Fehler starke Siebte.

Vanessa Hinz ebenfalls mit zwei Fehlern gute Achte.

Nur Franziska Hildebrand konnte nicht vorn reinlaufen. Hier steht sie erschöpft am Schießstand. Am Ende wurde sie mit zwei Fehlern 31.

br | Stand: 15.02.2017, 15:56

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