DSV-Quartett gewinnt Staffel-Gold

Laura Dahlmeier, Vanessa Hinz, Franziska Hildebrandt, Maren Hammerschmidt (v.l.n.r.)

Biathlon-WM in Hochfilzen

DSV-Quartett gewinnt Staffel-Gold

Die favorisierten deutschen Biathlon-Damen gaben sich auch in der WM-Staffel keine Blöße. Mit einem kurzen Wackler, am Ende aber souverän holten sie am Freitag (17.02.17) die Goldmedaille. Für Laura Dahlmeier war es bereits die vierte in Hochfilzen.

Alle drei Weltcup-Staffeln haben die deutschen Damen in dieser Saison gewonnen - klar, dass sie auch für die WM topgesetzt waren. Sie blieben nicht hinter den Erwartungen zurück. In der Besetzung Vanessa Hinz, Maren Hammerschmidt, Franziska Hildebrand und Laura Dahlmeier holten sie Gold vor der überraschend starken Ukraine und Frankreich.

"Wir wussten, dass wir heute gewinnen können. Mit dieser Einstellung gingen wir ins Rennen", sagte Dahlmeier im Ersten. Hildebrand ergänzte: "Ich wusste, dass wir eine gute Staffel sind und dass mir die kurzen Strecken liegen." "Man hat heute gesehen: Das war kein Selbstläufer. Wir mussten mit den wechselnden äußeren Bedingungen im Vergleich zu den Vortagen zurecht kommen. Aber ein Riesenkompliment an die Mädels", sagte Bundestrainer Gerald Hönig.

Die Bilder der deutschen Gold-Staffel

Die deutschen Biathlon-Damen sind einfach das beste Quartett in dieser Saison. Bei der WM am Freitag gewannen sie, obwohl es Laura Dahlmeier am Ende noch einmal spanend machte.

Biathlon-Staffel Hochfilzen

Der Siegerschrei der deutschen Damen.

Der Siegerschrei der deutschen Damen.

Laura Dahlmeier hatte soeben die Goldmedaille in der Staffel gesichert ...

... und war danach erschöpft zusammengebrochen.

Auf dem Siegerpodest konnten dann aber schon wieder alle strahlen. Das DSV-Quartett siegte vor der Ukraine und Frankreich.

Im Rennen am Freitag zeigte sich das Wetter mal mit verändertem Gesicht. Statt Sonnenschein und Frühlingstemperaturen schneite es.

Die Trainer sicherten ihr Equipment einfallsreich.

Im Rennen zeigte das DSV-Quartett vom Start weg eine starke Leistung. Startläuferin Vanessa Hinz (v.l.) ...

... konnte sich in der Hektik der Startgruppe gut behaupten. Sie lief ein souveränes Rennen.

Hinz leistete sich zwar zwei Nachlader, übergab aber als Dritte.

Ganz vorn behauptete sich die Französin Anais Chevalier, die Sprint-WM-Dritte übergab nach nur einem Fehler als Erste.

Die zweite deutsche Läuferin war Maren Hammerschmidt ...

... sie brauchte vier Nachlader, lief aber dennoch auch Rang zwei nach vorn. Hier lässt sie im Hintergrund Celia Aymonier stehen.

Die Französin brauchte drei Nachlader und fiel auf Rang zwölf zurück.

Dafür liefen die Italienerinnen nach vorn. Die zweite Läuferin Federica Sanfilippo (li.), übergibt hier als Erste auf Alexia Runggaldier - doch ausgerechnet der WM-Einzel-Dritten unterliefen drei Schießfehler.

Die dritte Deutsche, Franziska Hildebrand, die bei dieser WM ihrer Normalform hinterherlief, machte ein starkes Rennen.

Hildebrand zeigte ihr bestes Rennen der Titelkämpfe und blieb als einzige aus dem DSV-Quartett fehlerfrei.

Schlussläuferin Laura Dahlmeier lief das Rennen von der Spitze.

Die deutsche Ersatzläuferin Nadine Horchler bangte mit Dahlmeier am Schießstand mit.

Die beste Deutsche leistete sich einen Fehlschuss liegend und zwei Nachlader Stehend. Mit fünf Sekunden Vorsprung auf die Konkurrenz verließ sie den Schießstand.

Die deutschen Fans jubelten. Denn das reichte zum Sieg.

Im Ziel trugen die deutschen Damen Dahlmeier auf den Schultern.

Um die weiteren Plätze entbrannte ein harter Kampf. Die Italienerin Dorothea Wierer (re.) mit einem Nachlader ging aber ebenso leer aus wie, Gabriela Koukalova (li.), die den Rückstand ihres Teams nicht aufholen konnte. Italien wurde Fünfter, Tschechien Vierter.

Über Platz zwei jubelte die Ukraine mit Schlussläuferin Olena Pidruschna.

Den dritten Platz feierten die Französinnen Chevalier, Aymonier, Braisaz und Dorin Habert wie einen Sieg.

Bei der Sektdusche am Abend ging es dann hoch her. Nicht nur im deutschen Team.

Auch zwischen Vanessa Hinz und Justine Braisaz. Braisaz hatte Hinz frontal erwischt, die Deutsche rächte sich mit voller Ladung von der Seite.

Hinz und Hammerschmidt von Beginn an vorn dabei

Startläuferin Hinz brauchte bei ihren zwei Schießeinlagen zwei Nachlader und übergab als Zweite hinter den Französinnen an Hammerschmidt. Die benötigte insgesamt sogar vier Nachlader und vermied knapp die Strafrunde. Sie konnte dennoch die Französinnen weit hinter sich lassen, weil Célia Aymonier am Schießstand Nerven zeigte. Die Italienerinnen führten zu diesem Zeitpunkt knapp.

Hildebrand legt Grundstein

Franziska Hildebrand

Als einzige Deutsche fehlerfrei im Schießstand: Franziska Hildebrand

Hildebrand holte nach dem Wechsel die Italienerinnen dann rasch ein, zeigte ein phantastisches, schnelles und fehlerfreies Schießen - und das, nachdem es für sie in Hochfilzen bislang nicht optimal gelaufen war. Mit einem Vorsprung von knapp zehn Sekunden vor den Ukrainerinnen übergab sie an Schlussläuferin Dahlmeier.

Dahlmeier macht's kurz noch einmal spannend

Dahlmeier zeigte dann unerwartete Schwächen am Schießstand. Obwohl sie im Liegendschießen einmal nachladen musste, lief sie zunächst einen großen Vorsprung heraus. Doch im Stehendschießen benötigte sich sogar zwei Nachlader. Plötzlich hatte sie die Tschechin Gabriela Koukalova im Nacken. Aber Dahlmeier war anschließen in der Loipe wieder gewohnt stark und brachte den Sieg am Ende ungefährdet mit einem Vorsprung von 6,4 Sekunden nach Hause. Nach dem Zieleinlauf erlitt sie erneut einen Schwächeanfall, kurze Zeit später gab der Teamarzt aber Entwarnung: "Ihr geht es wieder gut. Der Kreislauf war sehr niedrig. Es besteht und bestand aber keine Gesundheitsgefährdung. Einem Start am Sonntag steht nichts im Wege."

Alleinige Rekordhalterin

Dahlmeier gewann nun in Hochfilzen bislang insgesamt viermal Gold und einmal Sibler. WM-übergreifend holte sie ihre zehnte Medaille hintereinander. Damit ist sie alleinige Rekordhalterin vor der Norwegerin Tora Berger.

Zweites Gold für Hinz

Für Hinz war es die zweite Goldmedaille in Hochfilzen. Zu Beginn der Wettkämpfe war sie Weltmeisterin im Mixed-Wettbewerb geworden.

br | Stand: 17.02.2017, 16:00

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