Herber Rückschlag für deutsche Basketballer

Deutschland - Türkei

Basketball-EM

Herber Rückschlag für deutsche Basketballer

Nach einer schwachen Vorstellung unterlagen die deutschen Basketballer bei der EM in Berlin der Türkei mit 75:80 (24:41) und müssen um das Achtelfinale zittern.

Die deutsche Mannschaft erwischte einen ganz schlechten Start in die Partie, die zum vor dem Tip-off zum Schlüsselspiel deklariert worden war. Vor allem in der Defensive hatten die Deutschen um NBA-Star Dirk Nowitzki große Probleme im ersten Viertel und bekamen den türkischen Aufbauspieler Ali Muhammed überhaupt nicht in den Griff. Über 9:0 und 16:4 zogen die Türken früh davon.

"Die Einstellung, um dieses Spiel zu beginnen, war nicht vorhanden", kritisierte Bundestrainer Chris Fleming. "Wir haben keinen Weg gefunden, die Blutung zu stoppen. Ich habe keine Erklärung dafür."

"Die Türken sind mit sehr viel Energie ins Spiel gegangen. Wir haben dagegen aus der jüngsten Partie in Hamburg nichts gelernt und waren in der Verteidigung immer einen Schritt zu langsam", sagte Nowitzki im Ersten. Vor Wochenfrist beim Supercup lagen die Deutschen ebenfalls hoch zurück, schafften aber noch den Sieg.

Diesmal kamen die Gäste immer wieder zu leichten Drei-Punkte-Würfen, weil die deutsche Abwehr viel zu ungeordnet agierte. In der Offensive spielte Dennis Schröder im Aufbau lange Zeit ohne Konzept. Die Türken zogen dank zweier Drei-Punkte-Würfe von Güler über 24:8 auf 31:11 davon - ein mehr als komfortabler Vorsprung nach dem ersten Viertel.

Katastrophale Wurfquote

Erst langsam erholte sich das Team von Trainer Chris Fleming. Sechs Punkte in Folge von Robin Benzing brachten die Deutschen auf 17:31 heran - die Türken nahmen ihre erste Auszeit. Doch so richtig wollten sich die Mienen der deutschen Fans - klar in der Mehrzahl in der ausverkauften Arena - nicht aufhellen. Die Wurfquote aus dem Feld lag bei 22 Prozent. Nur einen Dreier bei 15 Versuchen verbuchten die DBB-Basketballer zu diesem Zeitpunkt - Note: ungenügend.

Fleming ließ Jung-Star Schröder draußen und brachte seinen Youngster Maodo Lo, der seine Sache ganz ordentlich machte. Die Türken spulten ihr Programm jedoch weiter souverän herunter und lagen zur Pause mit 17 Punkten beruhigend vorne.

Deutschland - Türkei

Türkische Fans jubeln ihrer Mannschaft zu.

Bitter für die Deutschen: Direkt nach dem Seitenwechsel bekam Tibor Pleiß sein drittes und viertes Foul angehängt. Fleming nahm seinen Center vorerst ebenfalls vom Feld. Die Deutschen arbeiteten weiter daran, den großen Rückstand zu verkürzen. Die Dreier-Quote blieb katastrophal, aber Schröder steigerte sich und brachte seine Schnelligkeit zur Geltung. Deutschland kam beim 36:46 auf zehn Punkte heran. Doch die Türken hatten inzwischen ihre Schwächephase beendet und zogen mit konzentrierter Spielweise das Tempo an. Beim Stand von 43:60 aus deutscher Sicht ging es ins letzte Viertel.

Nur leise Hoffnung

Es blieb also nur wenig Hoffnung für das Schlussviertel. Deutschland kämpfte, Deutschland mühte sich. Es keimte sogar tatsächlich noch einmal kurz Hoffnung auf, als Dennis Schröder sein Team auf sieben Punkte heran brachte - 66:73. 1:51 Minuten waren noch zu spielen. Die Türken blieben cool und hielten das deutsche Team auf Distanz, auch weil sie in den wichtigen Momenten die Körbe erzielten. Bester Werfer der deutschen Mannschaft war Dennis Schröder mit 24 Punkten. Dirk Nowitzki kam auf 15 Zähler. So stand im dritten Spiel am Ende die zweite Niederlage für das DBB-Team.

Nun muss am Mittwoch (09.09.2015) gegen Italien ein Sieg her, um möglichst noch den dritten Gruppenplatz zu erreichen. "Wir dürfen nicht aufgeben. Die Chance ist immer noch da, unsere Ziele zu erreichen", blickte Dirk Nowitzki gleich nach dem Spielschluss mit Optimismus nach vorne.

dpa/sid | Stand: 08.09.2015, 19:00

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