"Podest-Abonnent" Hirscher erstmals Riesenslalom-Weltmeister

Marcel Hirscher im WM-Riesenslalom von St. Moritz

WM-Riesenslalom der Herren

"Podest-Abonnent" Hirscher erstmals Riesenslalom-Weltmeister

Im Riesenslalom hat er eine Art Abo auf Podestplätze. Und so war es alles andere als eine Überraschung, dass sich Marcel Hirscher auch erstmals den WM-Titel sicherte. Das DSV-Trio hatte keine Medaillenchance.

Marcel Hirscher hat sich erstmals in seiner erfolgreichen Karriere zum Riesenslalom-Weltmeister gekürt. In Sankt Moritz ließ sich der Österreicher den Sieg nicht nehmen. Silber ging sensationell an seinen Landsmann Roland Leitinger. Bronze ging an den Norweger Leif Kristian Haugen

Hirscher behält Nerven

Schon im 1. Durchgang hatte Hirscher eine fehlerfreie Vorstellung gezeigt und war mit 0,26 s Vorsprung auf den Österreicher Philipp Schörghofer ins Finale gegangen. Dort hatte Leitinger als Sechster des 1. Durchganggs eine Wahnsinsszeit vorgelegt, an der sich die Favoriten wie Alexis Pinturault und Hendrik Kristoffersen vergeblich versuchten. Hirscher zeigte hingegen keine Nerven, baute seinen Vorsprung zunächst aus, ehe er dann am Ende 0,25 s Vorsprung ins Ziel brachte. "An amazing race", jubelte Hirscher. Der WM-Triumph von Hirscher hatte sich bereits im Weltcup angedeutet: Dort belegte in den fünf Riesenslaloms die Plätze 2, 2, 1, 2 und 1.

DSV-Trio nach dem 1. Durchgang zu weit zurück

Das deutsche Trio hatte schon nach dem 1. Lauf alle Chancen eingebüßt. Bester Deutscher wurde überraschend Linus Straßer: Der Münchner, der nach seiner Nichtnominierung im Team mit etwas Wut im Bauch ins Rennen gegangen war, fuhr im ersten Durchgang mit der hohen Startnummer 43 auf Rang 14 und verbesserte sich im Finale auf den 12. Platz. Das bedeutet sein bestes Weltcup-Ergebnis im Riesentorlauf überhaupt. "Ich habe zugesehen, das Ganze in Kraft und Energie umzuwandeln", sagte er im Ersten.   Stefan Luitz belegte Platz 14. Im 1. Lauf hatte der Allgäuer nicht die beste Sicht, zudem summierten sich kleinere Fehler. Im 2. Durchgang kostete ein größer Fehler Zeit. "Heute habe ich es nicht so zeigen können, das ärgert mich", sagte Luitz und schaute schon auf den Slalom: "Am Sonntag gibt es die nächste Chance. Da will ich locker rangehen." Auch Straßer freut sich auf den Sonntag: "Im Slalom ist alles drin. Es gibt die Favoriten, und es gibt Leute wie uns, die saugut Ski fahren können."

Neureuther mit gutem zweiten Durchgang

Der mit Rückenproblemen kämpfende Felix Neureuther schaffte es nur auf Rang 16. Nach dem ersten Durchgang hatte er gar auf dem 21. Rang gelegen, im zweiten deutete er mit der zweitbesten Zeit an, was möglich gewesen wäre. "Es war schon unter den Umständen ganz ordentlich für mich. Es war für mich im Hinblick auf Sonntag wichtig zu fahren. Einfach zu sehen, dass der Rücken hält. Jetzt heißt es regenerieren. Das Quäntchen Glück braucht man heute sicherlich auch." Das hatte er nicht. Zunächst hatte der mit der Startnummer 2 ins Rennen gegangen Partenkirchener Pech mit schlechter Sicht. Dann musst er wegen einsetzenddten Schneefalls eine Minute im Starthaus verharren.

Beinahe-Katastrophe sorgt für Verzögerungen

Vor dem zweiten Durchgang war es beinahe zu einer Katastrophe gekommen. Ein Flugzeug der Showtruppe "PC-7 Team" der Schweizer Luftwaffe durchtrennte das Aufhängekabel einer Seilbahnkamera, worauf Teile der Kamera aus großer Höhe in den Zielraum stürzten. Verletzt wurde nach Angaben der ermittelnden Polizei Graubünden niemand. Wegen des Zwischenfalls musste der Athleten-Lift angehalten werden. Neureuther fand dafür deutliche Worte: "Ich bin ohnehin kein Freund solcher Shows. Das hätte schlimm enden können."

beb/cke | Stand: 17.02.2017, 14:27

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