Peking richtet Winterspiele 2022 aus

Thomas Bach

IOC-Kongress hat gewählt

Peking richtet Winterspiele 2022 aus

Die Olympischen Winterspiele 2022 finden in Peking statt. Die chinesische Hauptstadt setzte sich bei der Wahl des IOC gegen das kasachische Almaty durch.

Die chinesische Metropole war in Kuala Lumpur als Favorit in die Wahl des 128. Kongress des Internationalen Olympischen Komitees mit IOC-Präsident Thomas Bach an der Spitze gegangen. Peking ist die erste Stadt in der Olympia-Geschichte, die sowohl Sommer- als auch Winterspiele ausrichtet. Nach 2018 in Pyeongchang und 2020 in Tokio wird damit zum dritten Mal hintereinander das größte Sportereignis der Welt in Asien stattfinden.

Die Entscheidung für Peking ist im Internationalen Olympischen Komitee nur mit knapper Mehrheit gefallen. 44 IOC-Mitglieder entschieden sich am Freitag (31.07.2015) bei der Vergabe in Kuala Lumpur für die chinesische Hauptstadt, 40 hingegen für den Konkurrenten Almaty aus Kasachstan. Ein abstimmungsberechtigtes IOC-Mitglied enthielt sich

Almaty scheitert erneut

Für die Mehrheit der 85 IOC-Mitglieder dürfte auch die große organisatorische Erfahrung der chinesischen Ausrichter, die schon die Sommerspiele 2008 erfolgreich über die Bühne gebracht hatten, ausschlaggebend gewesen sein. Dass das Olympia-Konzept Pekings eines der langen Wege ist und die Ski-Wettbewerbe weitgehend auf Kunstschnee ausgetragen werden müssen, fiel nicht ins Gewicht.

Der Außenseiter aus Kasachstan hatte sich bereits vergeblich um die Spiele 2014 beworben, die am Ende Sotschi/Russland bekam. Almaty gewann durch die Bewerbung mit einem Konzept von kompakten, kostengünstige Spielen viel Anerkennung. Der Appell des kasachischen Ministerpräsidenten Karim Massimow an das IOC, "eine goldene Gelegenheit" zu nutzen und ein kleines Land die Winterspiele organisieren zu lassen, wurde nicht erhört.

Begonnen hatte die Wahl der Winterspielestadt mit einer Panne. Nachdem das elektronische Abstimmungssystem nicht funktioniert hatte, mussten die 85 stimmberechtigten IOC-Mitglieder ihre Voten für Almaty oder Peking, den beiden einzigen Kandidaten, handschriftlich abgeben.

Kritik von Menschenrechtsorganisationen

Von Menschenrechtsorganisationen wurde die Vergabe scharf kritisiert. In Reaktionen wurde am Freitag vor verschärfter Verfolgung von Bürgerrechtlern und Unterdrückung von Minderheiten gewarnt. "Das Internationale Olympische Komitee (IOC) erweist der olympischen Idee und den Menschenrechten in China damit einen Bärendienst", fand die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen.

"Hunderte Menschenrechtler in China werden diese Fehlentscheidung mit Haft oder sogar ihrem Leben bezahlen müssen, da die Volksrepublik vor den Spielen erneut ihre Verfolgung von Uiguren, Tibetern, Mongolen und Anhängern der Demokratiebewegung verstärken wird", sagte der GfbV-Experte Ulrich Delius. IOC-Präsident Thomas Bach müsse sich für verfolgte Journalisten, Blogger und Anwälte in China einsetzen und einen Missbrauch der Spiele für Pekings Propaganda verhindern.

Die Ehre, Olympische Spiele zum zweiten Mal austragen zu dürfen, sei "ein Propaganda-Geschenk" zu einer Zeit, wo Chinas Regierung eigentlich für ihre Menschenrechtspolitik abgestraft werden müsste, sagte ein Experte der Tibet Initiative Deutschland.

sid/dpa | Stand: 31.07.2015, 12:02

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